von MartinB » Do 22. Mai 2008, 10:33
Tja, das Zusammentreffen von Diesel und Testosteron führt nicht nur in Island zu denkwürdigen Ergebnissen.
Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Mentalität der isl. Superjeepfahrer wirklich so deutlich von der anderer Nationen unterscheidet. Ich sehe den Unterschied eher in den Zulassungsbehörden. Ein deutscher TÜVler würde beim dem Ansinnen einen isl. Superjeep mit einer Strassenzulassung zu versehen eher Herzinfarkt gefährdet sein.
Die Mehrheit der Isländer/innen hat (vermutlich aufgrund von Geschichte, Klima und Besiedlungsdichte) wohl ein anderes Verständnis von Natur als die Mehrheit der Deutschen. Ansatzweise iin ähnliche Richtung st ein anderes Verständnis / ein anderer Umgang aber auch bei den "Festlandsskandinaviern" zu erkennen.
Bei allem Respekt vor Deinen Positionen Kerstin, die ich an vielen Punkten teile, und dem für mich gut nachvollziehbarem Ärgern (auch wenn er in Deinen Beiträgen in charmanterer / lustigerer Form benannt wird, als ich das könnte) sollte uns nach meiner Meinung jedenfalls eins bewusst sein: Wir haben keinen Grund in Sachen Umweltschutz mit dem Finger auf Island zu zeigen.
Sicherlich: Auch in D wird Einiges gemacht. Aber ob das Verhältnis der Mehrheit der Deutschen zur Natur jenseits der Trauer nach Orkanschäden im Wald wirklich viel besser ist, bezweifele ich stark. Wenn ich z.B. in die Mittelgebirge oder die Alpen schaue, was dort für den Tourismus oder die "Infrastruktur" abgeholzt und versiegelt wird, ohne dass es echten Widerstand ausser durch die üblichen Verdächtigen gibt, dann ärgere ich mich hier mind. genauso.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich halte es nicht für falsch, dass auch wir als Ausländer bzw. Gäste unsere Sachkritik an einzelnen Entscheidungen und Verhaltensweisen äussern. Aber wenn in Diskussionen dann der moralische Zeigefinger erhoben wird, bekomme ich persönlich arge Bauchschmerzen.