Erst-Täter im Oktober nach Island

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Reise-lemming
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Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon Reise-lemming » Fr 2. Mär 2018, 13:51

Hallo

ich bin neu hier und möchte uns kurz vorstellen - äh und hab natürlich ein paar Fragen zu unseren Vorhaben.

Wir sind beide über 60 und möchten einen etwas komfortableren Urlaub genießen.
Norderfahrung: 2 Wochen mit dem Auto in Norwegen.
Süderfahrung: Öfter mal mit dem Auto in Nordafrikas Wüsten unterwegs
Bequemerfahrung: 2 x 5 Tage AIDA Rundreise

Vorhaben:
Wir möchten unbedingt mal Nordlichter sehen (Das ist uns das Wichtigste).
Mit irgendeinem Aida-Schiff ?
Die Kreuzfahrtschiffe fahren ja nur im Sommer nach Island, aber jetzt haben wir gesehen, man kann auch Winterurlaub in Island machen.

Folgende Alternativen bieten sich uns an:
Ferienhaus mit Leihwagen
Hotel mit Leihwagen
Leihwagen-Rundreise mit vorgebuchten Unterkünften

Unsere angepeilten Zeiten: 7 -10 Tage im Oktober/November

Fest steht eigentlich schon ein Aufenthalt in Reykjavik, um den "Geysir, den Gullfoss und den Thrihnukagigur zu sehen und in der Blauen Lagune einmal zu baden.
Aber dann? Nord-West/Nord-/Süd-/Ostteil

Nachdem ich schon fleißig im Forum gelesen habe, ist eine Rundreise im Winter mit vordefinierten Zielen wegen der widrigen Wetterumstände weniger zu empfehlen?
Aber ist denn im Oktober schon richtig Winter in Island?

Nachdem ich die aktuelle Straßenkarte "http://www.road.is" angeschaut habe, scheint mein blauäugiger Plan im Oktober schnell mal von Reykjavik über den Gullfoss und die 35 in den Norden zur Ringstrasse und weiter nach Akureyi zu fahren, nicht durchführbar.


Da ist ja aktuell (1.3.) das komplette Binnenland gesperrt?
Rot heißt doch offiziell gesperrt oder muss da auch ein Durchfahrtverbot dabei sein?
Oder heißt "rot" einfach nur, keine Winter - Durchfahrt erlaubt, aber wer scheitert, muss für seine Bergung ordentlich bezahlen?
Hochland also nur im Sommer? oder bis Oktober?

Was wir gerne sehen würden: Kultur interessiert nicht, aber Natur, Tiere?
Konkrete Fragen:
Wale können wir uns ab Oktober abschminken, denke ich?
Als Standort für eigene Ausflüge West/Nord/Süd/Ost?
Ist der Süden auch im Winter(Okt/Nov) überlaufen?
Lohnt sich Landmannalaugar im Oktober oder sieht dann es aus wie schneebedecktes Voralpenland?

Schon mal vorab DANKE für Tipps.

Peter
P.S. Und ein besonderes Lob an Monique Starr (ohne die anderen abzuwerten), aber
sie fällt halt mit wirklich vielen sachlichen Ratschlägen auf.
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Raigro
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Re: Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon Raigro » Sa 3. Mär 2018, 10:01

Hallo und willkommen im Forum,

du hast dich ja schon schlau gemacht, was man wo in Island machen könnte, und sicherlich weißt du auch, dass die für dich so wichtigen Nordlichter nur bei klarem Himmel und entsprechender Aktivität zu sehen sein werden. Bei 7-10 Tagen im Oktober/November kann es als gut sein, dass ihr diese Bedingungen gar nicht haben werdet.

Aber Island ist auch ohne Nordlichter eine Reise wert. Ich finde aber 7-10 Tage zu der Jahreszeit (schon kürzere Tage) nicht sehr viel, und ich würde keine Umrundung von Island anpeilen. Anderseits würde ich zu der Jahreszeit nicht (langfristig) vorbuchen, sondern mich eher nach dem Wetter richten, und so bestimmen, wohin die Fahrt gehen soll.

Das Hochland, und dazu gehört auch die 35, könnt ihr aber in dieser Jahreszeit vergessen. Was aber kein Problem sein sollte, denn allzu viel Zeit habt ihr ja eh nicht. Auch nach Landmannalaugar werdet ihr wohl nicht mit dem eigenen Auto kommen, wenn denn überhaupt.

Der Süden ist zu jeder Jahreszeit deutlich voller(überlaufener) als der Osten oder Norden. Aber auch Snaefellsness im Westen ist, durch die gute Erreichbarkeit von Reykjavik, immer gut besucht – lohnt aber auf jeden Fall.

Ich war zwar nie im November in Island, sondern nur mal Mitte Oktober (bei besch…. Wetter), aber ich vermute mal, dass der November der Monat mit den wenigsten Besuchern sein könnte. Daher wiederhole ich meinen Rat, dass ihr eure Reiseroute nach dem Wetter ausrichten solltet.
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Reise-lemming
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Re: Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon Reise-lemming » Mo 5. Mär 2018, 09:53

Raigro hat geschrieben: Auch nach Landmannalaugar werdet ihr wohl nicht mit dem eigenen Auto kommen, wenn denn überhaupt.

Vielen Dank für Deine Einschätzung Raigro,
Landmannlugar klappt nicht , weil ?
Tolle Island-Bilder übrigens, steigern die Vorfreude.
Ansonsten hatte ich mir mehr Tipps erhofft und bin ein wenig enttäuscht von der Reaktion des Boards
was hab ich falsch gemacht? Falsches Forum gewählt, zu unhöflich, hätte ich Aida nicht erwähnen sollen?

Nach weiteren Recherchen, bin ich zu folgender Erkenntnis gekommen:
Wetter unvorhersagbar
Straßenverhältnisse unvorhersehbar.
Scheint ein Land mit Herausforderungen zu sein.

Immer noch offene Fragen:

Sind die „roten“ Straßen von road.is verboten oder in einem schlechten Zustand?
Sprich, ich kann reinfahren und wenn es mir zu kribbelig wird umdrehen? Dem Allrad-Leihwagen-SUV würde ich sowieso nicht viel zutrauen.

Ich habe eine schöne Übersicht gefunden, wann die Hochlandstraßen durchschnittlich wieder geöffnet werden(http://www.road.is/travel-info/conditio ... ain-roads/) , aber gibt es auch eine mit den durchschnittlichen Schließungszeiten?

Muss man zum Thrihnukagigur einen Ausflug buchen oder kann man da auch selbst hinfahren?

Unser vorläufiger Plan 2 Tage Reykjavik und dann 5 Tage im Süden Ferienhaus für Ausflüge nutzen.

Freue mich über Hinweise
Peter
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Andreas
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Re: Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon Andreas » Mo 5. Mär 2018, 13:00

Reise-lemming hat geschrieben:Sind die „roten“ Straßen von road.is verboten oder in einem schlechten Zustand?
Sprich, ich kann reinfahren und wenn es mir zu kribbelig wird umdrehen? Dem Allrad-Leihwagen-SUV würde ich sowieso nicht viel zutrauen.


Hallo Peter,

definitv verboten sind die roten Straßen nicht, nur eben ófært/unbefahrbar. Erst wenn das Spiegelei mit dem roten Rand darauf liegt ist es auch verboten. ABER, wer auf eine rote Straße fährt muss ggf. den Einsatz des Rettungsdienstes selber bezahlen. Und gerettet werden nur die Personen und nicht die Fahrzeuge und das Gepäck. Man muss auch nicht alles durchziehen, was nicht explizit verboten ist. Dann kommen noch die Vorgaben vom Autovermieter dazu. Aber da rede ich wie ein Blinder von der Farbe (keine eigene Erfahrung).

bin ein wenig enttäuscht von der Reaktion des Boards

Eine Unfreundlichkeit kann ich bei der Antwort nicht erkennen. Bedenke, dass dies kein Forum von einem Reiseveranstalter oder Fremdenverkehrsamt ist, sondern sich hier Leute mit Islanderfahrung oder Islandtick zu deinem Anliegen äußern. . . . und es ist schon etwas ermüdend, wenn Fragen zum x-ten Mal gestellt werden.

Wenn ich hier so einige Fragen -nicht von dir- lese, frage ich mich wie ich es vor 30 Jahren wagen konnte nach Island zu reisen und dass ich es fast unbeschadet überstanden habe, mal vom Islandvirus abgesehen.
Íslenska er ekkert svo erfið! Á Íslandi talar jafnvel ungbarn þetta mál.
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marled
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Re: Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon marled » Mo 5. Mär 2018, 13:28

Du warst weder unhöflich noch bist du sonst in ein Fettnäpfchen gestapft, aber deine letzte Bemerkung vom Eingangsthread hat mich doch ein wenig vom Antworten abgehalten. Ich hoffe, dass dir Monique noch einige passende Antworten gibt, als Reiseleiterin hat sie ja sehr viel Erfahrung.

Die Schließungszeiten der Hochlandstraßen hängen sehr stark vom Wetter ab. Letztes Jahr waren viele bis quasi Ende Oktober offen, in anderen Jahren waren die ersten schon Anfang September geschlossen. Es hängt immer vom Schneefall ab, weil diese Straßen nicht geräumt werden und sie ohne Spezialjeep sehr leicht durch die Schneeverwehungen unbefahrbar werden. Ich würde Mitte September/Oktober die Planung ohne Hochland machen und wenn dann die ein oder andere noch auf ist, kurzfristig entscheiden, wenn ihr einen 4x4 mietet.
Die Blaue Lagune spare ich mir in den letzten Jahren immer, viel zu teuer und touristisch. Auch wenn es sich merkwürdig anhört, in einem normalen isländischen Schwimmbad seid ihr besser aufgehoben, sind deutlich hygienischer, werden zu großen Teil ebenfalls thermal geheizt und liegen oft landschaftlich sehr schön mit toller Aussicht(sind meistens Freibäder), z. B. das in Hveragerði oder in Fluðir. Die Secret Lagoon dort ist leider auch inzwischen überlaufen.
Um dicht an den Nordlichtern zu sein, empfehle ich eine Unterkunft außerhalb von den lichtverschmutzten Städten. Ich persönlich kann dir Bjalli cottage empfehlen, Link mag ich wegen unerwünschter Werbung hier nicht einstellen. Findet sich aber leicht über google. Das cottage steht ganz allein und bietet daher beste Voraussetzungen für Nordlichtsichtungen. Von da aus seid ihr schnell an allen Sehenswürdigkeiten des Südens. Die Besitzerin Maja (spricht deutsch) hat in ihren Ferienhäuschen auch einen Mappe mit gnz tollen Tipps ausliegen und ist auch sonst sehr hilfsbereit. Komfort ist da auf jeden Fall gegeben!
Falls ihr 10 Tage anpeilt, wäre ein zweites Standbein im Westen in der Nähe von Borgarnes nicht schlecht. In der Stadt habt ihr gute Einkaufsmöglichkeiten und auch da wieder zentral zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Westens.
Im übrigen empfehle ich für den Einstieg den Reiseführer aus dem Michael-Müller-Verlag, der ist sehr ausführlich und hat gute Tipps.
Marled

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Surtur
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Re: Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon Surtur » Mo 5. Mär 2018, 13:49

In der von Euch angepeilten Jahreszeit sollte man vorsichtshalber davon ausgehen, dass sich Touren ins Hochland (und dazu gehört auch Landmannalaugar) weitgehend verbieten - und man sollte die Insel gerade als Anfänger nicht unterschätzen (es gibt oft genug in der Icelandreview online das Bild mit der Kugelkerze und dem brennenden Streichholz zu betrachten, wenn wieder mal ein unvorsichtiger Tourist um's Leben gekommen ist).
Mein Tipp: Sieben Tage als Reisezeit anpeilen (wenn das Wetter schlecht ist, sind zehn Tage die größere Qual, und man kommt leichter auf die Idee, das Ganze zu wiederholen, wenn's mit den Polarlichtern nicht geklappt hat ;) ), eine einzige, feste Unterkunft für die ganze Zeit einplanen, die nicht so weit von einer der größeren Siedlungen entfernt liegt, so dass die Versorgung kein Thema darstellt (Hot Pot empfehlensewert!), ein robustes Auto mieten (denkt gar nicht erst daran, an dieser Stelle zu sparen!), und ansonsten improvisieren: Also vor Ort feststellen, welche Strecken noch befahrbar sind und ggf. Tagesausflüge machen, soweit sie das Wetter erlaubt, und nachts auf die Polarlichter warten. Wenn ich zu dieser Zeit und mit dieser Intention reisen würde, dann kämen für mich evtl. Ferienhäuser im weiteren Bereich von Selfoss in Frage - da sind die Schönheiten des "Golden Circle" nicht allzu weit weg, und man ist schnell in Reykjavik und am Flughafen (und auch schnell dort).
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Re: Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon Reise-lemming » Mo 5. Mär 2018, 15:51

Danke,
war wohl ein Fehler den Eindruck zu erwecken, nur auf Antworten von Monique fixiert zu sein, aber Ihre Kommentare fallen halt besonders auf.

@andreas
Danke, also "nicht geräumt und gestreut" und wer hinfällt, trägt den eigenen Schaden bzw. die die Bergungskosten.
Nur die Personen bergen, kenn ich aus der Wüste. (Hab ich aber noch nie gebraucht ;-)

@marled
Danke - das Haus hab ich schon vor Deiner Empfehlung auf dem Schirm gehabt,
allein wegen der netten Beschreibung und dem Hinweis "Nordlicher" aus dem Bett zu beobachten.
Ist allerdings schon ganz schön ausgebucht. Super Lage.
Tja, bei einigen Dingen auf Island scheint es ja mitllerweile sehr kommerziell/touristisch zuzugehen.
Ich glaub wir streichen da etliches (blaue Lagune, Thrinukagigur (€ 335 grenzt ja schon an Abzocke))
So dicke haben wir's dann auch nicht - da kann man doch gut von Essen gehen.
Ich glaub, wir werden einfach von der Landschaft schon genug beeindruckt sein, wenn wir ein wenig rumfahren.

@surtur
Angepeilt als Mietwagen war bisher ein Grand Vitara
Kann man auf der Insel auch richtige Geländewagen (mit Sperren) mieten?

Allgemein kristallisiert sich jetzt heraus.
Einfach im Süden bleiben und dann schauen was das Wetter zuläßt.
gruß
Peter
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carlotta
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Re: Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon carlotta » Mo 5. Mär 2018, 18:51

Wenn ihr im Süden bleibt, braucht es keinen dicken Geländewagen mit Sperren.
Der Grand Vitara reicht völlig aus für eine Tour über die nördliche F208 nach Landmannalaugar. Für die 35 sowieso (Kerlingsfjöll ist auch einen Tagesausflug wert).

Ob man rot markierte Hochlandstraßen mit einem Miet-4 x 4 bzw. Geländewagen überhaupt fahren darf weiß ich nicht, glaube ich auch nicht.
Wir mieten auch immer Geländewagen, fahren aber rot markierte Strecken grundsätzlich nicht.

Guckt Euch einfach ein Auto aus und fragt bei der Autovermietung sicherheitshalber per E-Mail vorher nach.
Schaut mal bei Geysir is. Da steht auch immer gleich bei, ob die Fahrzeuge hochlandtauglich sind.
Zuletzt geändert von carlotta am Mo 5. Mär 2018, 18:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Ulla
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Re: Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon Ulla » Mo 5. Mär 2018, 18:52

Wir haben 2012 Island im Februar besucht und konnten an der Ringstrasse sehr schöne Ausflüge rechts und links der Strecke machen. Es hängt wirklich vom jeweiligen Wetter ab, aber es gibt genug Interessantes zu sehen. Mein youtube Kanal zeigt einige Impressionen.
Gruß Ulla
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Reise-lemming
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Re: Erst-Täter im Oktober nach Island

Beitragvon Reise-lemming » Mo 5. Mär 2018, 19:43

Hallo Ulla,
danke.
Aber welches der unzähligen Videos zeigt die Impressionen an der Ringstrasse im Februar?
Sind ja alle sehr schön, aber da kommt man beim Anschauen wieder nur auf dumme Gedanken (doch viel besichtigen)
gruß
Peter

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