Hochland mit Dacia Duster - Erfahrungsbericht

Die anspruchsvollere Art, mit dem Auto durch Island zu reisen.
jumurdzsak
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Hochland mit Dacia Duster - Erfahrungsbericht

Beitragvon jumurdzsak » Sa 9. Sep 2017, 19:16

Lange habe ich vor unserer zweiten Islandreise im August 2017 im Internet gestöbert, um eine für mich befriedigende Antwort auf die Frage zu finden, ob ein Dacia Duster ein geeignetes Fahrzeug für das Hochland ist. Da gehen die Meinungen - wie üblich - auseinander und je mehr ich gelesen habe, desto mehr war ich verunsichert. Jetzt, nachdem wir heil und ohne Probleme aus Island zurück sind, möchte ich gerne einen Erfahrungsbericht beisteuern und allen, die sich irgendwann demnächst dieselbe Frage stellen, einige Denkanstöße mitgeben.

Der Grund für die Auswahl des Dacia Duster 4x4 war einfach: der Mietpreis. Als günstigstes 4x4 Fahrzeug das auch noch etwas Komfort bietet (im Gegensatz zu einem Jimny) und das im Verbrauch sehr (!) wirtschaftlich ist, war der Duster kostenseitig attraktiv. Aber ich war unsicher, ob er auch geländegängig genug sein wird.

Wir waren zu zweit unterwegs. Für zwei Personen ist der Duster jedenfalls ein bequemes und platzmäßig ausreichendes Fahrzeug. Der Benziner hat insgesamt einen Verbrauch von etwa 8 Litern / 100 km gehabt, das ist für diese Straßenverhältnisse meiner Meinung nach sehr ok. Der Allrad-Modus lässt sich bis 80 km/h permanent einschalten (was wir auch häufig getan haben), sodass vom Antrieb her man jedenfalls von "4x4" sprechen kann. Für Schotterstraßen ist der Duster jedenfalls klasse und man hat auch irgendwie die Sicherheit, nicht beim ersten größeren Regen stecken zu bleiben.

Fraglich war, ob er auch hochlandtauglich ist, also ob er auch die richtige Wahl für F-Straßen / Pisten ist. Wir haben insgesamt mehrere Hochlandstrecken befahren:
  • Kaldidalur (550), die meines Wissens nicht mehr "F" ist als Einstimmung
  • Kjölur (F35) von Nord nach Süd komplett mit Abstechern nach Hveraverllir (F735) und Kerlingarfjöll (F347)
  • von Norden her nach Landmannalaugar 208 und
  • von Landmannalaugar nach Süden zur Ringstraße (F208).
Eines vorweg: Der Duster hat alles gemeistert und hat nicht ansatzweise Anlass zur Beunruhigung gegeben. Der permanente Allrad lässt einen Steigungen und losen Untergrund vollkommen sicher überwinden und auch die Bodenfreiheit war auf den Strecken grundsätzlich ausreichend, der Unterboden hat nie etwas abbekommen.

Dennoch muss man sich vor Augen halten, dass im Vergleich zu so manchem größerem Jeep die Räder des Duster einen doch viel kleineren Durchmesser haben und damit jedes Schlagloch oder jede Unebenheit sehr viel stärker spürbar ist. Wo insbesondere auf dem Kjölur (F35) größere Fahrzeuge mit 60-70 km/h fahren konnten, war ich mit dem Duster gerade einmal mit 30-40 km/h unterwegs. Größere Reifen sind da sicherlich angenehmer.

Aber grundsätzlich waren alle Wege ohne Furten vollkommen problemlos zu schaffen, wenn auch deutlich langsamer und holpriger, als es wohl mit einem größeren Fahrzeug gewesen wäre.

Die Furt vor Landmannalaugar (meine erste Furterfahrung) habe ich mir zugetraut, nachdem ich dahinter am Campingplatz zahlreiche Duster gesehen habe: wenn die es geschafft haben, schaffe ich es auch. War auch kein Problem, der Wasserstand war so, dass die Reifen nicht einmal komplett im Wasser waren. Worauf ich jedoch nicht vorbereitet war, waren die zahlreichen (in Summe habe ich 18 gezählt!) Furten auf der F208 südlich von Landmannalaugar. Da war ich ziemlich sicher, mich für das falsche Fahrzeug entschieden zu haben.

Letztlich hat der Duster alle Furten ohne den Hauch eines Problems gemeistert. Ich muss allerdings sagen, dass wir gutes, trockenes Wetter hatten und meiner Erinnerung nach es auch am Tag zuvor in der Gegend nicht oder nur wenig geregnet hat. Die Wasserstände werden daher eher niedrig gewesen sein, sodass die geringe Watttiefe des Duster ausgereicht hat. Ermutigt hat mich, als uns ein Duster mit deutschem Kennzeichen entgegengekommen ist: wenn der (noch dazu mit seinem eigenen Auto) bis hierher gekommen ist, dann schaffen wir das was vor uns liegt, auch noch. Insgesamt gab es nur 2-3 Furten, wo das Wasser geringfügig über die Motorhaube geschwappt ist, alle anderen waren problemlos.

Die Schlussfolgerung, die ich für mich gezogen habe:
  • Der Dacia Duster ist ein tolles Fahrzeug, das für geringes Geld viel Strapazierfähigkeit und Geländegängigkeit bietet - bis zu einem gewissen Grad. Für einen klassischen Island Rundreise Urlaub mit einigen Ausflügen über Schotterstraßen würde ich ihn jederzeit nehmen und auch empfehlen. Es sind tatsächlich auch viele Duster unterwegs.
  • Für Fahrten ins Hochland ist der Duster - zumindest auf den geschilderten Strecken - auch geeignet, wenn auch nicht gerade bequem: da bieten Fahrzeuge mit größeren Reifen mehr Fahrfreude.
  • Furten gehen, solange der Wasserstand niedrig ist - was man allerdings nicht vorhersagen kann. Wer "wirkliche" Hochlandstrecken fahren will, wo auch der eine oder andere Fluss zu überqueren ist, und dabei auch noch Spaß an der Fahrt haben möchte, sollte hier zu einem anderen Fahrzeug greifen.
regus
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Registriert: Fr 13. Okt 2017, 11:15

Re: Hochland mit Dacia Duster - Erfahrungsbericht

Beitragvon regus » Fr 13. Okt 2017, 12:01

Vielen Dank für die gute Beschreibung,
War genau das wonach ich gesucht habe! :P

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