Westfjorden und Snæfellsnes mit dem Rad - im März?

Mit 2 Rädern und ganz unmotorisiert.
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Haiphi
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Westfjorden und Snæfellsnes mit dem Rad - im März?

Beitrag von Haiphi » Fr 11. Jan 2013, 01:41

Hallo zusammen

Die Bergen der Westfjorden faszinieren mir schon lange, besonders auf winterlichen Bildern. Und ich habe noch nie Polarlichter gesehen! Deswegen mache ich immer mehr gedanken darüber, die Gegend im Winter zu erkundigen - mit dem Rad, natürlich. Es wäre bestimmt toll, durch verschneiten Fjorden zu radeln. Oder Polarlichter im Hotpot von Nauteyri sitzend mit einem Egils im Hand zu geniessen, als sie zwischen schnebedeckten Bergen im Ísafjarðardjúp reflektieren :) Oder im Arnarfjörður von eingefrorenen Dynjandi aus...

Mein ursprünglicher und völlig naiver Plan für eine 3-3.5 wochigen Radtour im März war folgendes: Mit dem Bus nach Hólmavík, dann mit dem Rad entlang Route 61 nach Ísafjörður, dann weiter über Route 60 nach Brjanslækur, mit Fähre nach Stykkishólmur, rund um Snæfellsness, und schliesslich nach Reykjavík, aber wenn die Zeit erlaubt, dann mit einem Abstecher zum Hraunfossar, oder wenn es knapp ist, dann von Snæfellsness, Borgarnes oder Reykholt mit Bus nach Reykjavík bzw nach Flughafen Keflavík. Ich möchte auch irgendwann mal Die Reise zum Mittelpunkt der Erde am Fuss des Snæfellsjökulls lesen :) Die ganze Route ist ~700km (auf google maps, Teil 1, Teil 2), durch 20 Tagen wäre das 35km pro Tag - also wenn mein Plan nicht vollkommend naiv wäre, wäre es machbar.

Aber im Winter gilt Winterfahrplan und liegt ab und zu Schnee auf den Strassen, was das ganze leider ein bisschen unrealistischer macht.
  • Laut Sterna Winterfahrplan fahren keine Busse in der Gegend, also es gibt keine Busverbindung bis zum Hólmavik, bzw. von Snæfellsness nach Reykjavík. Im Winter fährt eigentlich gar nichts ausser Linie 60 zwischen Reykjavík und Akureyri, also ich müsste diese Verbindung nehmen, im Staðarskáli aussteigen, und rund 100km mehr fahren. Obwohl wäre das vielleicht sogar vorteilhaft, da ich nicht gleich mit Necropants und Steingrímsfjarðarheiði anfängen müsste, sondern hätte ich ein bisschen Zeit zum "Aufwärmen" (im Winter, haha). Allerdings die extra 100km würde ich lieber anders nutzen, zB. für den schon erwähnten Abstecher nach Hraunfossar, oder nach Patreksfjörður. Und wenn es irgendwie viel langsamer geht, dann kann ich nicht auf einem Busfahrt von Snæfellsness nach Reykjavík zurückgreifen, was dann konstenspielige und ärgerliche Konsequenzen haben kann (verpasste Flug und böser Chef :).

    Gibt es vielleicht ausser Sterna eine andere Busgesellschaft, die auch im Winter regelmässig nach Hólmavik und/oder von Snæfellsness fährt (und deren Webseite von bsi.is nicht verlinkt ist)? Oder irgendwelche alternativen zum Busfahrt, womit ich mein Rad auch mitbringen kann?
  • Route 60 führt über Hrafnseyrarheiði und Dynjandysheiði, die auf Vegagerdin Webseite im Winter meistens mit Rot als "Impassable" markiert sind, also normale Fahrzeuge kommen dort nicht durch. Aber ein Fahrrad? Es ist schon klar, dass ich dort nicht locker hochfahren wird, aber die beiden Pässe sind nicht ganz so lang, und ich habe nichts dagegen, einigen Kilometern lang zu schieben. Auch wenn es im Schnee mit Gepäck und begauf geht :) Was meint Ihr, ist es überhaupt machbar oder soll ich es lieber vergessen?
Ich hätte noch eine Menge andere Fragen, aber die werden erst dann interessant, wenn diese zwei Punkte aufgeklärt sind.

Vielen Dank für Eure Antworten.
alf

Re: Westfjorden und Snæfellsnes mit dem Rad - im März?

Beitrag von alf » Fr 11. Jan 2013, 07:48

Hallo zurück,

ich gehöre auch zu der Gruppe die mit Rad reisen und auch damit in Island waren.
Ich persönlich rate dir ab das zu machen. Es gibt zwar immer verrückte die soetwas durchführen, aber sinnvoll sieht anders aus. Wie viele Kilometer von den 100 willst du schieben und dann vielleicht noch starken Gegenwind??
Wenn dort steht Straße gesperrt, dann ist die dicht! Ich denke einmal das du wahrscheinlich nicht so leicht diese Stellen passieren kannst, da deine Reifen schmaler sind als die von einem Auto und du noch jede Menge Gewicht mitschleppen dürftest.
Gruß Alf. :shock:
PS: Die Redner nach mir sind bestimmt noch besser mit der Materie vertraut als ich, nehme deren Rat an.
snaefell
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Re: Westfjorden und Snæfellsnes mit dem Rad - im März?

Beitrag von snaefell » Fr 11. Jan 2013, 08:43

Haiphi hat geschrieben: [*]Route 60 führt über Hrafnseyrarheiði und Dynjandysheiði, die auf Vegagerdin Webseite im Winter meistens mit Rot als "Impassable" markiert sind, also normale Fahrzeuge kommen dort nicht durch. Aber ein Fahrrad? Es ist schon klar, dass ich dort nicht locker hochfahren wird, aber die beiden Pässe sind nicht ganz so lang, und ich habe nichts dagegen, einigen Kilometern lang zu schieben.
Kurz: Vergiss es. Ausser du möchtest beim isländischen Rettungsdienst einen Eintrag im Buch der verrückten Ideen erhalten.
Wenn Isländer zu einer Strasse schreiben, das die unpassierbar ist, dann meinen die das auch. Und zwar unpassierbar im Sinne von komplett unpassierbar. Nicht so mit 10 cm Schnee drauf und ein bischen schieben. Auf den Hochebenen die du da passiert liegen da teilweise 2m+ Schnee, die Reste sieht man noch im Frühsommer, wenn man da durchkommt. Mal abgesehen davon, das auch die sonstigen Bedingungen wie Wind/Sturm und Temperaturen nicht wirklich hilfreich sind und das ganze schnell zu einem lebensgefährlichen Abenteuer machen. Nach Winterstürmen ist ja die Ringstrasse teilweise noch mehr als einen Tag lang gesperrt, und da wird geräumt.

Gruss

Christian
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Ulla
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Re: Westfjorden und Snæfellsnes mit dem Rad - im März?

Beitrag von Ulla » Fr 11. Jan 2013, 12:44

Ich nehme und nahm zwar nicht ein Rad bei meinen 4 Islandreisen (inkl. 1 x Febr.), aber ich hätte auch gesagt
'vergiss es !!!'. :roll: :roll: :roll:
Gruß Ulla
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Re: Westfjorden und Snæfellsnes mit dem Rad - im März?

Beitrag von mánaljós » Fr 11. Jan 2013, 12:52

Ich lebe ein Teil des Jahres in Ísafjörður. Die Straßen dort sind nicht nur wegen Wetterverhältnissen gesperrt sondern wegen Lawinen. Die Lawinengefahr in den Westfjorden ist im Winter nicht zu unterschätzen. Man kann das Klima in den Westfjorden nicht mit dem milden Klima in Reykjavík vergleichen. Es sind 20km zum Polarkreis, dort fließt nicht die warme Golfströmung, die Südisland warm hält. Im Winter herrschen dort absolut arktische (und unberechenbare) Bedingungen. Ich fahre auch leidenschaftlich Mountainbike und bin oft damit in den Westfjorden unterwegs, aber im Winter ist das absolut unmöglich.
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Re: Westfjorden und Snæfellsnes mit dem Rad - im März?

Beitrag von Andi Schönberger » Fr 11. Jan 2013, 12:57

Ich bin auch schon ziemlich einige Kilometer mit dem Rad unterwegs gewesen. Auch im März-April war ich schon auf der Insel unterwegs.

Aus eigener Erfahrung würde ich das Vorhaben als "gar keine gute Idee" einstufen :)

LG Andi
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Re: Westfjorden und Snæfellsnes mit dem Rad - im März?

Beitrag von Olaf » Fr 11. Jan 2013, 13:03

Ich würde sagen mit den Westfjorden im Winter setzt du die Messlatte schon mal ziemlich hoch an. Wie andere schon geschrieben haben liegt da mitunter eine ganze Menge mehr Schnee als einem als Radler lieb sein kann. Außerdem gab es dies Jahr einen großen Wintereinbruch zwischen Weihnachten und Neujahr, so dass Isafjörður zeitweise schlichtweg überhaupt nicht mehr erreichbar war. Wie die aktuelle Lage ist weiß ich gar nicht so genau, aber ich würde Schneeschuhe mitnehmen... :)

Jakob hat mal Island im Winter innerhalb von 6 Wochen umrundet, einen Reisebericht findest du hier: http://bike-nord.de/islandwinter.html ...und er hat bestimmt eine Menge Tipps auf Lager was Radeln im isländischen Winter angeht. Die Westfjorde sind aber wohl nochmal ein ganzes Stück rauher und schlechter geräumt als Jakobs Tour auf der Ringstraße.

Hast du denn zur Übung schon ein paar Wintertouren mit richtig Tiefschnee gemacht? Vermutlich warst du schon im Sommer in Island radeln?
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Re: Westfjorden und Snæfellsnes mit dem Rad - im März?

Beitrag von Island-Radler » Sa 12. Jan 2013, 13:11

Angeregt durch den Bericht http://bike-nord.de/islandwinter.html war ich 2011 im März vor Ort, um zunächst einmal mit einem Jeep die Lage:
- im Süden (Reykajvik-Vik auf der -1-)
- im Norden (Myvatn-> Egilsstadir auf der -1-)
- als auch auf der Kjölur (F35)
zu prüfen.

Fazit:
- Süden wäre mit Fahrrad schon machbar; der Norden, als auch die Kjölur vergiss es.
Wenn da mal ein ordentlicher Wind (bzw. ich hatte im Norden gleich mehrmals STURM) weht, kann man auch kein bestpräpariertes Reiserad (mit Spikes ...) mehr halten.
Eines meiner Lieblingsfotos des Berichtes ist das hier: http://bike-nord.de/island/10.html
Auch kommst du irgendwann durch den meterhohen Schnee nicht mehr durch (auf der Kjölur würde es von Norden kommend bis zum Blödulon irgendwie schon gehen, danach wäre mit dem Rad aber definitv Schluß gewesen)
- die Westfjorde stell ich mir an der Küste besoners im Winter als machbar (und vorallem atemberaubend schön) vor; aber die Pässe ... nee nee

Schon mal von der Überquerung des Baikalsees im Winter gelesen? -> So als alternative Anregung??
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