Schlafsack - wie warm für Juli???

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HDK
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Re: Schlafsack - wie warm für Juli???

Beitrag von HDK » Di 24. Mär 2009, 15:37

da muss irgendwo Platz für Luft sein
(Monique)
Genau darum geht's. Kann sein, dass die 5. / 4. / evtl. auch 3.Schicht die darunter liegenden Schichten komprimiert, wenn alle Kleidungsstücke dieselbe Größe (z.B. M) haben. Dann dürfte der Kleidungsstoff die Wärme ableiten, zwar langsam, aber wohl spürbar. Entscheidend ist, dass sich möglichst viele kleinste Luftkammern in der Isolationsschicht um den Körper bilden.

Luft ist ein schlechter Wärmeleiter, aber die Luft darf auch nicht in der Liegematte oder im Kleidungsstück/Schlafsack zirkulieren, d.h. es darf nicht körpernahe erwärmte Luft zur kühlen Seite des isolierenden Objekts transportiert werden, wo sie abkühlen würde. Wegen der Luftzirkulation sind einfache Luftmatratzen schlechte Unterlagen auf kaltem Boden.

Eine gute "Produktberatung Schlafsack" gibt es hier. Die Temperaturbereiche sind genau erklärt.
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Larla
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Re: Schlafsack - wie warm für Juli???

Beitrag von Larla » Di 24. Mär 2009, 16:44

Blacky hat geschrieben:Zum Thema "mehrere Bekleidungsschichten übereinander": Zu viele sollten es in der Tat nicht sein. U.U. wird es dann nämlich zu eng im Sack, die Füllung wird komprimiert und der Schlafsack kann nicht mehr seine gesamte Wärmeleistung entfalten.
Oh, das wusste ich nicht. Wobei mein Schlafsack geräumig ist und ich froh um die zusätzlichen Schichten war. Habe nämlich eigentlich nur am Rücken gefroren, wo der Fleecepulli zu Ende war und an den Füßen. mein Mann hatte weniger an und hat deutlich mehr gefroren als ich. Insgesamt ist es aber auf jeden Fall erstrebenswert nachts nicht seine gesamte Garderobe auftragen zu müssen, allein schon aus Bequemlichkeitsgründen. Wenn man eingepackt ist wie ne Wurst schläft man nicht so gut :lol:
Blacky hat geschrieben:Z.Z. gibt es bei Globetrotter in den Hot Offers einen Schlafsack mit einem Konfi-Bereich von -8 Grad und einem Gewicht von 1.700gr zu 70€. Das ist zwar keiner der leichtesten Schlafsäcke, wäre aber leichter und nähme sicher weniger Platz weg als euer alter Sack plus einem Fleeceinlett.
Oh, vielen Dank für den Hinweis. Hatte zwar beim Globi geguckt, aber natürlich die Hot Offers vergessen. Ich glaube, bei dem Preis und der Bewertung werde ich wohl zuschlagen (müssen 8) ). Mein alter Schlafsack dürfte auch nicht kleiner oder leichter sein, also wenn der neue wärmer ist, wäre er für mich mehr als in Ordnung.
Blacky hat geschrieben: Ein wichtiger Punkt noch: Ihr solltet gute, isolierende Unterlagen haben. Der beste Schlafsack bringt nichts, wenn die Unterlage nicht entsprechend isoliert. Da der Schlafsack platt gelegen wird, kann an der Körperinnenseite auch die beste Füllung nicht voll isolieren, da ist dann die Matte gefordert.
Danke, da sind wir aber schon ausgestattet. Ich hab die Synmat 7 und mein Mann die TrailPro. Sind mit den Matten super zufrieden und haben definitiv nicht von unten gefroren. Interessant ist in dem Zusammenhang aber, dass der Berater in unserem Outdooladen meinte, welche Matten wir haben wäre nicht weiter wichtig (für die Wärme). Der Meinung sind wir zwar nicht gewesen, aber letztendlich sind Verkäufer ja auch nur Menschen mit einer eigenen Meinung 8)

Vielen Dank jedenfalls für eure Hilfe. Erfahrungswerte bzw. die Info was andere so benutzen und wie gut das Zeugs ist, helfen ja meist viel!
Viele Grüße
Larla
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Steirer
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Re: Schlafsack - wie warm für Juli???

Beitrag von Steirer » Di 24. Mär 2009, 22:44

Hallo Larla,

da werden wir wohl zur selben Zeit in Island unterwegs sein.

Falls es dich interessiert, nenn ich dir mal unsere Ausrüstung:

Zelt: Vaude Space Explorer
Schlafsack: WM Versalite
Matte: Therm-a-Rest Air
Kocher: MSR PocketRocket

Alles in allen werden wir etwa 15 kg am Rücken haben.

Noch was... vor ein paar Tagen hab ich auch ne Nacht im Zelt mit einem alten Schlafsack verbracht. Etwa -5 Grad und ich hab gefroren ohne Ende. Den Schlafsack habe ich nun entsorgt,

LG Steirer
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Re: Schlafsack - wie warm für Juli???

Beitrag von Larla » Mi 25. Mär 2009, 16:59

Wow, hab grad mal den Western Mountaineering Versalite Super gegoogelt. Schönes Teil!
Ich habe mich jetzt doch für einen anderen Schlafsack entschieden - den Ajungilak Kompakt 3-Season. Ist zwar ein Kunstfaserschlafsack, aber dennoch recht klein und leicht und ich denke der Temperaturbereich geht auch noch. Meinem Mann ist der zu teuer, aber ich habe ich einfach mal bestellt 8)

Steirer, wo in Island und wie lange werdet ihr denn unterwegs sein? Wir wollen in 3 Wochen Snaefellsnes, Kjalvegur und Laugavegur und die Südküste entdecken.

Viele Grüße
Larla
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Re: Schlafsack - wie warm für Juli???

Beitrag von HDK » Mi 25. Mär 2009, 20:09

Wir hatten letztes Jahr im Hochland eben diesen Ajungilak dabei und sind gut gefahren damit. Vgl. Temperaturangaben in meinem posting 1. Möglicherweise ist das Modell 2009 etwas verbessert. Ich hab meinen als hot offer erstanden. Glück gehabt.
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Re: Schlafsack - wie warm für Juli???

Beitrag von Steirer » Mi 25. Mär 2009, 22:10

@Larla

Wir werden, so wie ihr auch, drei Wochen unterwegs sein. Und so wir du und dein Mann werden auch wir am Laugavegur unterwegs sein. Dann nach Osten zum höchsten Vulkan von Island (den Namen kann ich weder schreiben, noch aussprechen) Anschließend werden wir uns im Süden aufhalten. Snaefellsnes wird sich nicht mehr ausgehen, denn wir werden uns überall viel Zeit lassen. Wir wollen nicht so viel wie möglich erwandern, wir wollen viele schöne Bilder und auch einen Film von der Insel mit nach Hause nehmen.
Wir fliegen am 18. Juni.....

LG Steirer
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Re: Schlafsack - wie warm für Juli???

Beitrag von Larla » Do 26. Mär 2009, 09:54

@ Steirer: Klingt gut. Wir werden auch unsere Fotoausrüstung übers Hochland tragen :)
Der höchste Vulkan ist doch am Skaftafell Nationalpark, oder? Da kommen wir auch vorbei. Wollen einige Strecken mit dem Linienbus fahren... Allerdings werden wir uns wohl nicht über den Weg laufen, da wir ja deutlich nach euch fliegen und erstmal ne Woche im Westen und Richtung Kjalvegur unterwegs sein werden.

Wünsch euch schonmal eine wunderschöne Reise!!!
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Re: Schlafsack im März

Beitrag von Nessy » Mo 4. Jan 2010, 20:23

Ich will einfach mal an das Schlafsackthema anknüpfen, nur diesmal für die doch recht kühlen Tage im März. Ich bin ein Islandfrischling und fliege vom 07.-21.03. zum ersten Mal nach Island und muss zugeben, ich habe bisher auch noch keine Erfahrungen in puncto Camping im Winter gesammelt. Dies beschränkte sich bisher eher auf die wärmeren Monate.
Ich habe mich seit Wochen intensiv durch das Forum und etliche andere Seiten über Island durchgelesen und weiß, was da auf mich zukommen wird. Ein grundlegendes Problem hätte ich da aber dennoch und zwar: Was für einen Schlafsack brauche ich? Leider sind meine Mittel doch recht begrenzt (ja ja, arme Studentin), deshalb brauche ich fachmännischen Rat, was das betrifft. Ist es möglich, einen Minusgrade-tauglichen Schlafsack für ca. 100 Euro zu bekommen und wenn ja, welche Marken sind empfehlenswert? Warme Funktionsunterwäsche und eine halbwegs Kältetaugliche selbstaufblasende Isomatte ist vorhanden, das sollte ja schon ein bisschen was bringen.
Wie sehen eure Erfahrungen aus, was den Komfort-Bereich angeht? Also angenommen da steht:
- Extrem-Temperatur-Einsatzbereich: bis –29° (Unterkühlungsschutz)
- Comfort-Limit-Temperatur-Einsatzbereich: bis –11° (mit entsprechender Schlafkleidung)
- Comfort-Temperatur-Einsatzbereich: +12° bis –5° (mit einfacher Schlafkleidung)
Heißt das, ich friere mir bei -11° schon gehörig den Arsch ab oder ist es da tatsächlich noch angenehm warm oder variiert die Zuverlässigkeit dieser Angaben von Hersteller zu Hersteller sogar?

Ach ja, mal noch nen kurzes Hallo vom Forenneuling an die alten Hasen ;)
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Re: Schlafsack im März

Beitrag von Uwe » Mo 4. Jan 2010, 22:27

Hallo Nessy,
also das Thema Schlafsack ist immer ein recht schwieriges, da jeder Mensch mehr oder weniger anders auf Wärme/Kälte reagiert. Deshalb möchte ich mich eigentlich nicht besonders viel sagen. Meine persönliche Erfahrung sagt mir das meine bisherigen Schlafsäcke (4 Stück) in den ersten 2-3 Jahren sehr gute Dienste getan hat, während sie anschließend nachließen.
Beispiele:
Meinen ersten Kunstfaser-Schlafsack (damals Firma Goldeck, heißen aber heute Carinthia) habe ich 1991 gekauft und dieser hatte einen Comfortbereich bis -7 °C. Zwei bzw. drei Jahre später (also Winter 1993 und 1994) habe ich damit bei Temperaturen bis -20 °C gezeltet und habe mich noch sehr wohl darin gefühlt. Als ich im Juli 1998 den Etna auf etwa 1000 Höhenmeter zu Fuß umrundete, habe ich mir in einer Nacht bei Temperaturen um die 0 °C (Entschuldigung die Wortwahl) "den Arsch abgefroren" (allerdings ohne Zelt). Als ich mir 1996 meinen zweiten Schlafsack kaufte (ebenfalls Carinthia, aber Comfort-Bereich bis -14 °C, war mir dieser für Island im Sommer natürlich zu warm ... zumindest bis etwa 2 Uhr morgens, danach war es eigentlich sehr angenehm. Aber auch dieser Schlafsack war etwa 3 Jahre später nicht mehr für Temperaturen im besagten Comfort-Bereich zu gebrauchen und heute benutze ich ihn gelegentlich nur noch als "Sommertüte" bei open air-Parties.
Für meinen dritten Schlafsack (2004 in Neuseeland gekauft), hatte ich mich für einen Daunenschlafsack einer australischen Firma (One Planet) entschieden. Als typischer 3-Jahreszeitenschlafsack mit einem Comfort-Bereich bis -5 °C (glaube ich), hat er mir auch recht gute Dienste getan. Allerdings hatte ich nie Temperaturen unter -5 °C. Als ich 2008 mal wieder in Island weilte, hat er zumeist gut gehalten, wobei mir hin und wieder (besonders in den frühen Morgenstunden) ETWAS unangenehm war. Auf einer kleinen 4-Tagestor auf Hornstrandir habe ich dann sogar richtig gefroren, obwohl es noch knapp über +5 °C war. MÖGLICHERWEISE, war der Schlafsack doch etwas feucht geworden und dann sind Daunenschlafsäcke ja eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Das war dann auch der Grund warum ich mir im letzten Jahr wieder einen Kunstfaser-Schlafsack gekauft habe. Wieder Carinthia und wieder Comfort-Bereich -14 °C. Eigentlich hatte ich erwartet das mir der isländische Sommer wieder zu warm wird, aber dem war nicht so!!! Deshalb bin ich etwas enttäuscht gewesen, da ich nun befürchten muß das der Schlafsack wiederum nach wenigen Jahren nicht mehr das hält was er im Comfort-Bereich verspricht.

Eine gute Adresse um sich Erfahrungsberichte von (nicht nur) Schlafsäcken durchzulesen ist die Webseite von Globetrotter, aber die wirst du möglicherweise schon kennen. Vielleicht schreiben aber noch mehr Leute hier ihre Erfahrungen nieder.
Wo ich bisher noch keine Erfahrung habe ist "Island im Winter". Allerdings ist das auch genau der Punkt, wo ich mich frage, ob das für dich das richtige ist. Ich meine, du warst noch nie in Island UND du hast noch nie Wintercamping gemacht. Wäre es deshalb nicht besser erst einmal "kleine Brötchen zu backen"???

Naja, wie immer du dich entscheiden wirst, ich wünsche dir ein glückliches Händchen bei der Wahl des Schlafsacks!!!
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Uwe
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Re: Schlafsack - wie warm für Juli???

Beitrag von Blacky » Mo 4. Jan 2010, 22:48

Ganz ehrlich: Wenn du keine Erfahrung im Wintercamping hast (und dazu keine Islanderfahrung), würde ich auf keinen Fall im März zelten (Es sei denn vielleicht, Du hast immer eine schnelle Fluchtmöglichkeit irgendwo rein...)

Was die Temperaturangaben bei Schlafsäcken angeht: Seit es eine Normierung gibt, ist ihnen eher zu trauen, dennoch hängt es auch von vielen anderen Faktoren ab:
-(Überlebens-)wichtig ist z.B. die Unterlage. Selbstaufblasende Matten können extreme Kälte nicht immer gut ab (gefrierende Atemluft). (Ich habe im März gute Erfahrungen mit einer 5cm-Therm-a-Rest und einem Rentierfell gemacht. Allerdings habe ich nur zwei Nächte draußen geschlafen, es war windstill, trocken, nicht kälter als -10 Grad und ich hätte eine schnelle, sichere Fluchtmöglichkeit gehabt. Ausserdem hatte ich damals reichlich Islanderfahrung)
-Individuelles Kälteempfinden.
-körperliche Konstitution
-Feuchte und trockene Kälte wird unterschiedlich empfunden.
-Der Wind macht viel aus, ebenso das Zelt.
-Frauen frieren in der Regel schneller als Männer.
-Der Schlafsack muss passen, sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein.
-Krabbelt man schon ausgekühlt in einen Schlafsack mit Rucksacktemperatur, friert man zumindest am Anfang eigentlich immer.
-Leerer Magen sorgt für Frösteleien.
-Bei großer Kälte verliert der Schlafsack durch Schweiß und fehlende Trocknungsmöglichkeiten schnell an Isolationswerten.
Die Liste ist sicher noch fortsetzbar.

Bei den von Dir angegebenen Werten fröre man nach der Normierung zwischen -5 und -11 Grad, ab -12 Grad würde es unangenehm, man überlebte aber. Bei Frauen setzt der "Scheiße, ist das kalt!"-Bereich in der Regel früher ein.
Fazit: Der Beispiel-Schlafsack wäre nicht für eine Märztour tauglich. Mit Glück könnte es hinhauen, wenn man aber auf den Schlafsack angewiesen ist, kann es gefährlich werden.

Neben dem Schlafsack stellt sich auch die Frage nach einem wintertauglichen Kocher, einem sehr sturm- und schneesicheren Zelt usw.

Wenn Du das alles nicht hast und Dir erst noch besorgen müsstest, wärest Du mit einer Jugendherberg-, Schlafsackunterkunftstour auf der preiswerteren Seite. Und vor allen Dingen wäre es viel sicherer!
Als kleines Beispiel: Ich bin gestern aus Island zurückgekommen. Vor ein paar Tagen waren im Südwesten Windgeschwindigkeiten von 23 Metern/Sekunde. Das sind Werte, die Dir ohne weiteres auch im März begegnen können. Glaube mir: So etwas möchtest Du nicht draußen erleben, egal ob Neuling oder alter Hase.
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