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Ausrüstung beim Furten

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DocEndstufe
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von DocEndstufe » Mo 7. Apr 2014, 19:44

Hallo zusammen!
Also ich finde den Beitrag hier recht interessant, weil mich das Thema gerade auch noch beschäftigt. Ist zwar alt hier, aber einen besseren Beitrag habe ich dazu nicht gefunden.

Meine Erfahrungen (Laugavegur):
Kumpel und ich sind barfuss gefurtet. Wir waren Mitte Juni dort. Ein Fluß ging so hoch, dass wir die Hosen ausgezogen haben und in Unterhose gefurtet sind. Das ging alles ganz gut und war wie eine kurze Kneipp Kur. Wir hatten jeder einen Wanderstock. Jetzt schreien bestimmt einige *viel zu gefährlich, zu hohe Verletzungsgefahr*, aber dadurch, dass man barfuß geht achtet man viel mehr drauf, worauf man tritt. Es ist niemandem etwas passiert und wir sind so ~7 Mal gefurtet.

Gleiches Prinzip bei den Vibram Five Fingers Schuhen. Man achtet viel mehr auf Schritt und Tritt! Ich jogge in den teilen seit 2 Jahren (gesund für Rücken und Gelenke, weil man mit dem Ballen absetzt und der Fuß federt und nicht mit Hacken und einen Schlag ins Knie bekommt). Und ich war mit den Dingern schon ein paar kurze Touren laufen mit 1500hm und Stock und Stein und auch schonmal einen Tag mit 20kg Marschgepäck und es ist einfach GEIL wie leicht die Füße hinterher noch sind. (die Dinger wiegen in wasserdicht und gefüttert 360g das Stück :-) Aber über das Aussehen lässt sich streiten. Ich persönlich find die schick =D und man lernt viele Leute kennen.

Darum will ich auch Island Tour dieses mal in den Zehenschuhen machen. Einziges Problem: wenn kalt, dann Zehensocken, dann muss man beim Furten Zehensocken und die Schuhe ausziehen, was mir viel zu lange dauert. Ich find aber keine tolle Lösung. Gibts denn nicht so Wasserdichte Neoprenüberschue, in die kein Wasser reinläuft von oben?

Wir haben auf der letzten Tour jemanden getroffen, der Trekking Schuhe trug und darüber Gamaschen und eine Kombi aus zwei Regenhosen. Wir überholten ihn immer auf normaler Strecke, er uns immer in den Flüssen. Denn der coole Typ ist da einfach durchgestiefelt. Abends hat er uns verraten, dass er trotzdem nasse Füße hatte und das die Hölle war. Prinzipiell interessiert mich das schon, aber es gibt doch keine Methode, wie man in voller Montur dadurch läuft und trockene Füße behält, oder?
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denbat92
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von denbat92 » Di 8. Apr 2014, 15:08

Die Chance einen spitzen Stein zu erwischen ist zwar nicht gerade hoch, aber du weist nicht ob nicht jemand vor dir durchlief und zufällig einen Stein gedreht hat. Ich würde einfach nicht das Risiko eingehen bei einer starken Strömung zu fallen, ist es zu tief musst du schnell den Rucksack abschnallen und schwupps ist der weg. Was die restliche Reise für ein Vergnügen wird kannst du dir sicher vorstellen. Allein das Geld das dadurch flöten geht wäre mir zu schade, lieber mit 2 Stöcken und guten Schuhen.
Ich hab mir die Mares Equator Füßlinge gekauft, sind preiswert und haben einen prima Halt. Da sollte man sich auch die Zeit nehmen die Schuhe zu wechseln. Bin auch mit welchen gefurtet die einfach die Wanderschuhe anließen, und die wasserfeste Hose am Schuhe mit Zeltschnüren zugeschnürt haben. Die Füße blieben sogar trocken.
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von Jeha » Di 8. Apr 2014, 17:49

DocEndstufe hat geschrieben:Meine Erfahrungen (Laugavegur):
Kumpel und ich sind barfuss gefurtet. Wir waren Mitte Juni dort. Ein Fluß ging so hoch, dass wir die Hosen ausgezogen haben und in Unterhose gefurtet sind. Das ging alles ganz gut und war wie eine kurze Kneipp Kur. Wir hatten jeder einen Wanderstock. Jetzt schreien bestimmt einige *viel zu gefährlich, zu hohe Verletzungsgefahr*, aber dadurch, dass man barfuß geht achtet man viel mehr drauf, worauf man tritt. Es ist niemandem etwas passiert und wir sind so ~7 Mal gefurtet.
Jetzt muss ich doch was schreiben: Bitte bitte bitte nicht barfuß furten, beim letzten Islandurlaub konnten wir unsere Tour nach Rettungsaktion zusammen mit den NP-Rangern für einen Italiener, der barfuß gefurtet war, abbrechen. (Mussten den Mann stundenlang mit einer Falttrage bis zur Piste tragen, die Blutung war trotz fachfraulicher Versorgung kaum zu stillen und er konnte nicht mehr auftreten). :roll:

Was das Gehen mit "Barfuß-Schuhen" wie Five Fingers o.ä. angeht: Finde ich auch gut, mache ich teilweise auch - hat aber mit barfuß furten m.E. nichts zu tun!
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Monique
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von Monique » Mi 9. Apr 2014, 13:37

DocEndstufe hat geschrieben:[...]Wir haben auf der letzten Tour jemanden getroffen, der Trekking Schuhe trug und darüber Gamaschen und eine Kombi aus zwei Regenhosen. Wir überholten ihn immer auf normaler Strecke, er uns immer in den Flüssen. Denn der coole Typ ist da einfach durchgestiefelt. Abends hat er uns verraten, dass er trotzdem nasse Füße hatte und das die Hölle war. Prinzipiell interessiert mich das schon, aber es gibt doch keine Methode, wie man in voller Montur dadurch läuft und trockene Füße behält, oder?
Hmm, also wenn es nicht gerade in Strömen regnet, möchte ich ungern mit 2 Regenhosen und Gamaschen durch die Landschaft wandern, nur weil mal ein Fluss meinen Weg kreuzen könnte. Und die Regenhosen extra für die Furt anzuziehen, ist vermutlich bald noch umständlicher, als die Wanderhose auszuziehen und die Schuhe zu wechseln. Gleiches gilt, wenn man erst irgendwas "veranstalten" muss (drüberziehen oder was auch immer), um seine eigentlichen Sachen nicht ausziehen zu müssen. Wobei, es kommt sicher darauf an, wo ihr furtet und was für ein Furtstrecke ihr zu bewältigen habt. Ich habe das selber noch nicht gemacht, aber von Abschnitten gehört, an den man doch einiges länger im Wasser unterwegs ist und es da allein aus Kältegründen durchaus wesentlich angenehmer ist, nicht mit nackten Beinen durchs Wasser zu gehen.

Barfuß bin ich 2x einen Gletscherfluss gefurtet (hin und leider wieder auch zurück) - nie wieder! Die Steine waren nicht spitz, aber unglaublich rutschig, das Wasser eiskalt - ich sah mich permanent im Wasser liegen.

Monique
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von Heiko_S » Mi 9. Apr 2014, 21:36

Hi,

da möchte ich doch auch gleich mal nachfragen. Für meine Islandreise habe ich mir speziell fürs Flüsse furten Wassersandalen gekauft. Da ich bisher noch keine größeren Flüsse furten musste, stellt sich mir die Frage ob es Sinn macht mit dünnen Neoprensocken die Furten anzugehen? (z.B. 2mm Socken oder bringen so dünne Socken gar nichts? Mir fehlt es da an Erfahrung)
Unter anderem müssen wir die björsa furten, die auf Bildern doch etwas breiter zu sein scheint.

Und eine weitere Frage, manche Flüsse sind ja durch aus etwas tiefer z.B. Oberschenkel tief. Da ich gelesen habe das man Furten nie mit angeschnallten Rucksack angehen sollte zwecks dem schnellen abwerfen, hängt dieser zwangsläufig etwas tiefer und könnte somit Wasserkontakt haben.

Wie verhindert ihr das Wasser eindringen? Packt ihr alle Sachen wie Schlafsack etc. in Tüten oder hüllt ihr euren Rucksack (unteres 1/3) in eine Tüte?
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von Blacky » Mi 9. Apr 2014, 22:24

-Neoprensocken halte ich für sehr sinnvoll. (Ich habe mir mal Frostblasen beim Furten geholt.)
-Ich habe im Rucksack einen wasserdichten Rucksackliner und zusätzlich besonders wichtige/empfindliche Sachen (Daunenschlafsack, Elektronik) noch wasserdichten Packsäcken.
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von NinaP. » Mi 9. Apr 2014, 22:29

Hi hi,

wir benutzen beim Furten leichte Turnschuhe, die schnell trocknen, in denen man aber guten Halt hat... die kannst du auch an anderer Stelle benutzen, wenn mal endlich Schuhe wechseln angesagt ist. Uns war aber auch wenig Gewicht wichtig. Du musst ja beim wandern alles tragen :shock: da gehts oft um jedes Gramm.
Deine wichtigsten Dinge solltest du sowieso wasserdicht verpacken- nicht nur fürs Furten- das Wetter macht regendichte Verpackung oft echt notwendig! Also- entweder wasserdichte Tüten oder auch wasserdichte Packsäcke aus dem Outdoorladen.

Die Þjórsá ist wahrscheinlich nicht zu furten !!! - aber es gibt ja 2 Brücken. Die werden wohl sinnvoller sein. Darauf solltest du deine Planung ausrichten.

Gruß und viel Spaß bei den Reisevorbereitungen
Nina
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von Olaf » Mi 9. Apr 2014, 23:34

Wenn man "speziellere" Sachen vorhat, also wenn man z.B. wirklich die Þjórsá furten möchte, dann können Neoprensocken durchaus angenehm und nützlich sein. Für normale kleinere Furten würde ich mir aber keine mitnehmen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es beim ersten Mal zwar angenehm ist, wenn man in trockene Neoprensocken steigen kann, aber wenn man dann etwas später an der nächsten Furt nochmal in die nassen Socken muss kostet das etwas Überwindung und wäre mir für kleinere Bäche auch zu viel Aufwand. Die Socken für längere Strecken anzubehalten ist auch keine gute Option, da sie eben komplett wasserdicht sind und man somit ziemlich drinnen schwitzt.

Aber wenn du noch nicht viel Island- und Furterfahrung hast, dann würde ich um die Þjórsá einen ganz großen Bogen machen. Im Oberlauf rund um die Þjórsáver gibt es da zwar Möglichkeiten, aber wenn man nicht ganz genau weiß, was da auf einen zukommt, sollte man es im eigenen Interesse lieber bleiben lassen...
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von Heiko_S » Do 10. Apr 2014, 08:08

NinaP. hat geschrieben:
Die Þjórsá ist wahrscheinlich nicht zu furten !!! - aber es gibt ja 2 Brücken. Die werden wohl sinnvoller sein. Darauf solltest du deine Planung ausrichten.

Nina
Hi Nina,

von den Brücken über die Þjórsá habe ich bereits gelesen, wenn sie vorhanden sind werden wir sie sicherlich nutzen. Doch ich habe auch gelesen, dass diese sich jedes Jahr an einer anderen Stelle des Flusslaufes befinden. Gibt es eine Möglichkeit das im Vorfeld zu erfragen? Oder besteht die Hoffnung dass die Hüttenwarte (Wir kommen vom Süden) über die Standorte Bescheid wissen?
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Re: Ausrüstung beim Furten

Beitrag von Sigrid » Do 10. Apr 2014, 08:29

Heiko_S hat geschrieben:von den Brücken über die Þjórsá habe ich bereits gelesen, wenn sie vorhanden sind werden wir sie sicherlich nutzen. Doch ich habe auch gelesen, dass diese sich jedes Jahr an einer anderen Stelle des Flusslaufes befinden. Gibt es eine Möglichkeit das im Vorfeld zu erfragen? Oder besteht die Hoffnung dass die Hüttenwarte (Wir kommen vom Süden) über die Standorte Bescheid wissen?
Mmmh... die mir bekannten Brücken über die Þjórsá sind alle ziemlich fest installiert und es bedarf wohl eines Gletscherlaufes oder anderer Gewalten, um diese davon zu überzeugen, ihren Standort zu ändern.

Du schreibst: "... Wir kommen vom Süden ..." meinst du vielleicht die Krossá in der Þörsmörk? Dort gibt es eine flexible Brücke.

Zum Furten, meine Wahl sind: Tevas, Socken und ggfs. Hose aus, Rucksackschnallen auf (je nach Bauchgefühl) und mit den Stöcken den Weg sondieren, vorallem wenn das Wasser trüb ist.
Meinen Rucksack versteck ich unabhängig vom Wetter unter einer Regenhülle und meine Klamotten sind in wasserdichten leichten Säcken (die Plastiktüten sind halt auch nicht mehr das, was sie mal waren :roll: ).
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