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das leidige zeltproblem...

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TOFA
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von TOFA » Di 5. Mai 2015, 11:00

Hallo, ich möchte da mal wieder eine kleine Zeltfrage in die Runde werfen...
Mein Zelt für Solotouren ist ein kleines rotes Hilleberg Unna, dass ich wegen seiner Einfachheit und dem überraschenden Platzangebot im Inneren wirklich ins Herz geschlossen habe (trotz fehlender Apsis...). Nun hatte ich aber 2011 das Pech, mit eben jenem Zeltchen im Südland in einen Vulkanaschesturm geraten zu sein. Seitdem hat das Rot des Aussenzeltes eine deutlich graue Patina und fässt sich auch fein schmirgelig an... Ich hatte das Zelt gleich tagsdrauf in einem klaren See gewässert... Ohne wirkliche Besserung. Die Asche scheint mit dem Kerlon eine ewige Verbindung eingegangen zu sein... Ich habe das Zelt seitdem immer wieder mal benutzt und hatte den Eindruck, dass es ein rein kosmetisches Problem ist. Nun möchte ich aber diesen Sommer doch noch einmal 10 Tage nach Hornstrandir und bin da wirklich auf das Zelt angewiesen. Hat jemand Erfahrung und kann mich beruhigen, dass die Funktion des Zeltes durch die Asche nicht beeinträchtigt ist? Oder kann ich doch eher damit rechnen, dass der feine "Dreck" die Plane nach und nach zerstört und die Wasserdichtigkeit minimiert? Wer weiß was?
Besten Dank!
Kristina
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von PolarpicsHH » Di 5. Mai 2015, 14:36

Hallo Kristina,

der einfachste & für Dich sicherste Weg wäre, diese Anfrage per Email an Hilleberg.se selbst zu schicken, dort bekommst Du sicherlich binnen 1-2 Tagen eine verläßliche Antwort, oder einen Kostenvoranschlag, sollte eine Reparatur wirklich nötig sein.

Viel Glück
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Primordial
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Primordial » Di 5. Mai 2015, 15:10

Hallo Kristina.

Beide Zelte die ich im Sommer bisher in Island benutzt habe zeigen ein ähnliches Bild (Hilleberg Staika & Soulo, also sowohl die schwere als auch leichte Kerlon Variante). Die feine Asche scheint sich auf dem silikonbeschichteten Stoff festzusetzen. Wässern oder kurzes abspülen bringt fast nichts, aber starker Regen über längere Zeit hat gewirkt und den Staub beträchtlich reduziert. Noch besser ist ein Schneesturm. Komplett raus geht das Zeug aber wohl nie mehr...

Allerdings ist es schwierig ohne direkten Vergleich (Foto?) eine Aussage zu treffen. Hast du seit dem Aschesturm längere Regenfälle im Zelt erlebt? Bei mir ist jedenfalls noch alles dicht. Aufpassen muss man bei den Silikongeweben vor allem auf Reibung, dafür sind sie nicht ausgelegt und da könnten die feinen Aschepartikel negative Auswirkungen haben. Also besser nicht einfach in einen zu kleinen Zeltbeutel stopfen.

Falls du, wie bereits vorgeschlagen Hilleberg kontaktierst dann gebe doch bitte mal deren Antwort hier weiter. Aber ich kann mir schon vorstellen das sie im Zweifel natürlich zu einem neuen Außenzelt bzw. Reparatur raten werden...

Gruß
Jens
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Andi Schönberger » Di 5. Mai 2015, 15:41

Primordial hat geschrieben:Aufpassen muss man bei den Silikongeweben vor allem auf Reibung, dafür sind sie nicht ausgelegt...
Hallo Jens

da nutz kein Aufpassen wenn man z.Bsp. im Sprengisandur bei fliegendem Sand steht ;) Eigentlich das gleiche Problem wie mit Asche

ich habe das gleiche Problem. Zusätzlich hat die "Hilleberg Kappe" den Zeltstoff darunter stark aufgescheuert. Das habe ich bereits bei Fliegfix reklamiert. Das Zelt zerstört sich ja auf Dauer selber

Die haben sich da allerdings komplett gesperrt und haben gemeint, da können sie nichts machen

LG Andi
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Primordial » Di 5. Mai 2015, 16:20

Andi Schönberger hat geschrieben: da nutz kein Aufpassen wenn man z.Bsp. im Sprengisandur bei fliegendem Sand steht ;) Eigentlich das gleiche Problem wie mit Asche
Ja klar, in solchen Fällen muss das Zelt halt schützen auch wenn es dabei leidet...
Aber man kann es durch falsche Behandlung (theoretisch...) schlimmer machen und Fakt ist dass diese Stoffe bzw. deren Beschichtungen auf Reibung relativ empfindlich reagieren.

Gruß
Jens
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von TOFA » Di 5. Mai 2015, 20:27

Danke für Eure Hinweise und Meinungen. Ja, ich habe heute eine mail an Hilleberg geschickt. Fürchte aber, es wird nur als Antwort kommen, dass ich das Außenzelt ersetzen soll. Aber wer weiß, vielleicht haben die ja auch anderen Rat. Also warten wir mal.
Ein Foto wollte ich beisteuern, doch finde ich keines wo das Problem wirklich sichtbar ist. Ist halt mehr ein Grauschleier... Und erst beim Anfassen merkt man, dass da was anders ist als normal...
Tja und das mit den Reibungen. Der Packsack von Hilleberg ist ja recht großzügig bemessen. Doch beim Verstauen des Zeltes wird es natürlich ordentlich komprimiert, gelegentlich auch mit Riemen - also lassen sich da Reibungen nicht vermeiden. Hoffe da einfach mal, dass durch die immer andere Lage des Zeltes im Sack auch die beanspruchten Stellen immer wechseln.
Vielleicht mache ich mir ja auch zu viele Gedanken und das ist alles nicht der Rede wert. Doch hatte ich immer das Gefühl, dass die feinen Aschepartikel recht scharfkantig sind und das Zeltmaterial ist schon wirklich verdammt dünn... (was ja eigentlich sein Vorteil ist...)
Immerhin weiß ich nun, dass auch Ihr diese aschegrauen Zelte weiterbenutzt - und das ist ja schon mal irgendwie beruhigend!
Kristina
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von NinaP. » Di 5. Mai 2015, 22:14

Hallo Kristina,
wir haben in diesem Jahr das gleiche Problem, nachdem wir im vergangenen Jahr am Langisjör in einen schlimmen Orkan gekommen sind, der mit Sand und Regen gespickt war. Unser Hilleberg Kaitum- ehemals grün- war danach gesandstrahlt, graugrün, die Abspannleinen sind z.t. aufgefasert. Das Gewebe insgesamt hat sehr gelitten.
Wir haben uns entschlossen, in ein neues Hillerberg zu investieren. Das gibt einem bei langen Touren doch ein sichereres Gefühl.
Der Preis tut natürlich weh :cry:
Es kommt ja auch darauf an, wie oft und wo du so ein Zelt nutzen möchtest... dann lohnt sich evtl. eine Neuanschaffung.

Gruß Nina

P.S. die Antwort von Hilleberg wäre schon interessant- schick sie mal bitte
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Sigrid » Di 5. Mai 2015, 22:23

Oh ja... dieser Zeltstoff zieht Sand und Asche magisch an. Alle wollen Hilleberg sehen.

Auf die Antwort bin ich gespannt.

Ich hab mein Zelt (Soulo) nach der letzten Tour für fast eine Woche täglich gewässert und mit einem extrem weichen Tusch so sanft wie möglich abgerieben. Keine Ahnung wieviel Wasser ist dabei verplämpert habe. :P Hatte aber nur Sand/Asche bis in einer Höhe von ca. 30cm. Zwei kräftige Regentage hatten schon in Island gute Vorarbeit geleistet. Das hat ein bisschen geholfen; auch die Leinen habe ich so gründlich wie möglich gewaschen.
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Uwe » Di 5. Mai 2015, 23:22

Hallo Kristina,
egal ob Vulkanasche oder Sandstürme in Wüstengebieten – das feinkörnige Material beansprucht alle Zelte mehr oder weniger stark. Es wirkt ähnlich wie ein Sandstrahlgebläse. Besonders in den Sommern 2010 und 2011 als die Vulkane Eyjafjallajökull bzw. Grímsvötn aktiv waren, wurde viele Zelte, besonders im Süden Islands, durch starke Winde, der losen durch die Luft transportierende Vulkanasche ausgesetzt.
Wenn du dir unsicher bist, würde ich dir empfehlen dein Zelt für ein paar Tage rauszustellen und zu testen, ob es noch dicht ist. Wenn man der Wettervorhersage trauen kann, dann soll es auch in den nächsten Tagen immer wieder regnen. Es sind also „ideale“ Bedingungen, um dein Zelt den Bedingungen von Hornstrandir auszusetzen ;). Wenn das Zelt ist es ok, wenn nicht, musst du dir wohl ein neues Zelt besorgen.
Ich habe mein aktuelles Zelt (MSR) seit 2011 und habe es jeden Sommer für mehrere Wochen den isländischen Wetter ausgesetzt, inklusive Sandstürmen und Dauerregen. Noch ist alles ok. Wenn du die Zeltfirma anschreibst, dann werden sie dir natürlich empfehlen, dass es besser ist ein neues Zelt (oder zumindest Außenzelt) zu kaufen. Ich wäre überrascht, wenn sie es nicht tun würden ;)

Viel Glück!

Uwe
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Blacky » Di 5. Mai 2015, 23:33

Das kann man auch einfacher haben: Aufbauen, den Gartenschlauch ein paar Minuten drauf halten und die Dichtigkeit überprüfen.
Wenn kein Garten vorhanden ist, dann ab in die Dusche/Wanne, sich die am stärksten beansprucht aussehende Stelle aussuchen, eine Art Beutel/Sack mit diesem Teil des Zeltes formen, Wasser einfüllen und schauen was passiert.
Du könntest auch mal bei Hilleberg ganz konkret nachfragen, ob sie die Außenplane abdrücken können um zu wissen welche Wassersäule das Material noch hat (ist im Prinzip wie die Badewannenmethode, nur professioneller). Vielleicht bieten sowas aber auch große Anbieter wie Globetrotter oder Fliegfix an?
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