Hinweise zu Covid-19 in Island

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das leidige zeltproblem...

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Olaf
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Olaf » So 17. Sep 2017, 12:59

Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, ist das Gewicht wohl in der Tat nicht so relevant. Beim Wandern kannst du das Zelt ja dann getrost deinem Freund auf den Rücken packen, weil er meinte ja, dass das Gewicht irrelevant sei... dann kann er sich das nochmal überlegen... :)

Die Zeltfrage ist nicht zuletzt deswegen so leidig, weil jeder andere Ansprüche hat. Ich persönlich mag "semi-geodätische" Zelte mit drei Stagen, die sich jeweils kreuzen. Freistehend ist mir in jedem Fall wichtig. Andere sind aber auch mit Tunnelzelten zufrieden und kommen damit glücklich durch Island. Der eine stört sich wieder daran, dass ein Zelt im Wind zu laut knattert, der nächste braucht eine riesige Apside und dem dritten ist eine kleine Hundehütte recht, in die er sich gerade so flach hineinlegen kann. Der eine hat etwas an den Reißverschlüssen auszusetzen, der nächste stört sich an einer Abspannschnur über die er immer stolpert und wieder andere brauchen unbedingt ein "Außenzelt-Zuerst-Aufbau". Es gibt so viele Faktoren, und so viele Angebote, dass man sich nur in mehreren Iterationen an eine geeignete Lösung herantasten kann.

Meine Empfehlung wäre daher, erstmal leihweise von Bekannten eines auszuborgen und ein paar Übungstouren zu machen. Nur so könnt ihr lernen, was euch am Zelt wichtig ist. Fürs erste Zelt würde ich definitiv nicht 1000 EUR und mehr ausgeben. Wenn Zelten etwas für euch ist, wird das erste Zelt sowieso nicht euer letztes bleiben, und wenn ihr das Zelten doch nicht so mögt, lohnt ein teures Zelt auch nicht. Wichtig ist erstmal nur ein Alugestänge, dann wird der Rest auch gut genug sein, um zumindest mal eine kleine Islandtour zu überstehen. Wenn ihr euch sowieso "nur" auf den Laugarvegur stürzt, ist die Zivilisation nicht weit, und das Zelt ist ohnehin nicht so wichtig wie bei einer mehrwöchigen Tour im nirgendwo, wo man sogar zwei volle Tage bis zur nächsten abgelegenen Schäferhütte braucht.
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Sigrid
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Sigrid » So 17. Sep 2017, 20:44

Wahre Worte, die Olaf spricht.
Ich hab mich durch vier geschlafen, getragen, gekocht, auf- und abgebaut, gewundert und gefreut.
http://www.rejka.de/zeltuebersicht/ bietet gute Zelte an. Ich selber habe von denen nur eine Plane, die ich unter das Zelt lege, um den Zeltboden zu schützen. Ein Forumsmitglied hat jedoch ein - ich glaube - Tunnelzelt.
Als weitere Zeltform möchte ich noch ein Tipi in die Runde werfen.
Tunnel, Geodät oder Tipi... habt ihr Outdoorläden in der Nähe?
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Uwe
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Uwe » So 17. Sep 2017, 21:40

Hallo Poppy,
MissPoppy hat geschrieben:
Das es unsere erste richtige Trekkingtour mit Zelt werden wird, möchte ich zwar nicht sparen, aber es auch nicht übertreiben, da ich nicht sagen kann, ob es bei dem einen Mal bleibt oder es uns so gut gefallen wir, das wir das in Zukunft öfter machen werden.
Absolut richtig. Vielleicht könnt ihr für eure erste Trekkingtour irgendwo ein Zelt ausleihen - nur um zu sehen, ob es überhaupt etwas für euch ist. Vielleicht kommt ihr nach der Tour zu dem Entschluss, dass ihr nie wieder im Zelt schlafen wollt. Dann wäre es schade für das neue und teure Zelt.
Ich habe da diese Liste gefunden und bin jetzt mal bezüglich der Form hin- und hergerissen. Natürlich soll das Zelt etwas Platz bieten (für 2 Personen) und das Gewicht spielt mitunter auch eine große Rolle. Mein Freund meint es sollte nicht mehr als 5kg haben, wobei ich meine dass das schon sehr schwer ist. ...

Vielleicht könntet ihr ein bisschen Licht in die Sache bringen. Mir ist vor allem wichtig dass es im Zelt trocken bleibt, es aber notfalls auch bei sehr starkem Wind, was ja in Island nicht selten ist stand hält. Meine größte Angst ist, dass es uns das Zelt um die Ohren schmeißt.
Ich bezweifle, dass irgendjemand Licht in die Sache bringen kann. Wie es Olaf bereits geschrieben hat, ist der Kauf eines Zeltes schon etwas individuelles, da jeder andere Ansprüche hat. Windstabilität, Platzangebot, Gewicht, Außen- oder Innengestänge, Tunnelzeltoder selbststehend und so weiter. Ich denke, dass 5 kg Gewicht schon verdammt viel ist. Andererseits, die meisten 2-Personen-Zelte wiegen um die 3 kg. Natürlich kann man jetzt sagen das 2 kg mehr im Rucksack einen kräftigen Wanderer nicht umhauen wird. Aber wenn man an vielen Stellen so denkt - z.B. Größe des Kochers, Dicke der Isomatte, Menge an Klamotten, etc., dann hat man schnell 5 oder mehr Kilo mehr im Rucksack und das macht sich auf einer mehrtägigen Wanderung schon bemerktbar. Ganz zu Schweigen von der Tatsache, dass ein 5 kg-Zelt auch mehr Platz im Rucksack benötigt.

Die meisten von den Zeltfirmen beschriebenen 2-Personen-Zelte sind eigentlich geräumige 1-Personen-Zelte. Auch wenn man davon ausgeht, dass die Rucksäcke in der Nacht unter der Apside gelagert werden, wird es bei den meisten Zelten ziemlich eng. Übrigens, auch die Apsiden sind oft sehr klein. Es hängt also auch davon ab wie "geräumig" ihr es haben wollt und gerade wenn man öfter eine Trekkingtour unternimmt, muss man ab und zu auch damit rechnen, dass man witterungsbedingt einen ganzen Tag im Zelt bleiben muss. Manche Zelte haben auch zwei Eingänge. Dann hat jeder seinen eigenen Eingang und eine eigene Apside zum Verstauen des Gepäcks.

Ein Zelt zu kaufen bedeutet für viele, dass man irgendwo Kompromisse eingehen muss und bei meisten spielt dabei der Preis keine unerhebliche Rolle. Eines kann ich dir aber noch sagen - kein Zelt ist unzerstörbar - auch nicht wenn es über 1000 € gekostet hat. Da ihr als erstes auf dem Laugavegur wandern wollt, habe ich noch eine Info für euch. Bei wirklich orkanartigen Stürmen (die aber nicht so häufig auftreten) werden die Wanderer von den Rangern/Hüttenwarten gewarnt. D.h. oft werden die Camper in solchen Fällen gebeten in die Hütte(n) zu ziehen oder sie wurden mit einem Bus aus dem Gebiet herausgefahren.

Uwe
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Monique
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Monique » Mo 18. Sep 2017, 09:49

Sigrid hat geschrieben:[...]
http://www.rejka.de/zeltuebersicht/ bietet gute Zelte an. Ich selber habe von denen nur eine Plane, die ich unter das Zelt lege, um den Zeltboden zu schützen. Ein Forumsmitglied hat jedoch ein - ich glaube - Tunnelzelt.
Ich habe einen Tunnel von denen, bin aber nicht 100% glücklich damit ;), würde dafür auch keine Werbung machen wollen. Ich habe allerdings schon einige Tunnelzelte "durch" und war noch mit keinem so wirklich zufrieden - dennoch wurde es immer wieder ein Tunnel, weil die Vorteile für meine Situationen überwogen und ich in Island gut damit zurecht kam.

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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Raigro » Mo 18. Sep 2017, 19:38

Ich habe mir für 30 EUR ein Zelt von TomCat gekauft. 2 kg leicht und für 2 Leute geeignet. Habe es aber nur bei gutem Wetter eingesetzt. :D Wenn es sich beim ersten Sturm zerlegt, hat man nicht viel verloren, außer einer trockenen Unterkunft. :mrgreen:
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Blacky » Mo 18. Sep 2017, 20:53

So etwas (d.h. so eine "Längs-Einbogen"-Bauform, allerdings sogar hochwertiger und von Sierra Design) hatte ich mal auf den Shetlands dabei. War eine doofe Idee und bescherte mir mit eine der ätzendsten Nächte meines Lebens. Als der Wind drehte und das Zelt von der Seite getroffen wurde, klappte es trotz Abspannung und fest eingetriebenen Häringen über mir zusammen und ich habe den Rest der Nacht in einer nassen Zeltplane verbracht, die der Wind an mir fest drückte. War kalt, laut, nervig und nass, obwohl es deutlich weniger Wind war als ich schon auf Island hatte und obwohl nachts die Temperaturen noch im zweistelligen Bereich waren. Nach dem Urlaub habe ich das Zelt "verschrottet".
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Sigrid » Di 19. Sep 2017, 07:40

Monique hat geschrieben:
Sigrid hat geschrieben:[...]
http://www.rejka.de/zeltuebersicht/ Ein Forumsmitglied hat jedoch ein - ich glaube - Tunnelzelt.
Ich habe einen Tunnel von denen, bin aber nicht 100% glücklich damit ;), würde dafür auch keine Werbung machen wollen. Ich habe allerdings schon einige Tunnelzelte "durch" und war noch mit keinem so wirklich zufrieden - dennoch wurde es immer wieder ein Tunnel, weil die Vorteile für meine Situationen überwogen und ich in Island gut damit zurecht kam. Monique
Mmmmh... ich wusste nicht, dass du auch eins von denen hast. ;)
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Ein paar meiner Bilder gibt´s da -->Flickr
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von TobiH » Di 19. Sep 2017, 10:22

Hallo,
dann möchte ich doch wieder mal die Gelegenheit nutzen auf meine Lieblingszeltform hinzuweisen. :D
Tarp/Pyramide
Windangriffsfläche von allen Seiten gleich. Keine gebogenen Stangen. Mittelstange = Wanderstock.
gibts auch für mehr als eine Person.

Viele Grüße
Tobi
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von MissPoppy » Di 19. Sep 2017, 10:53

So viele Antworten, toll - danke! :-)

Da wir noch nie zelten waren, überlegen wir, ob es Sinn macht unsere Zelttour auf dem Laugavegur um ein Jahr zu verschieben, um davor in Österreich noch ein paar Zelttouren unternehmen zu können, damit wir überhaupt mal eine Ahnung haben, wie man ein Zelt überhaupt aufbaut :mrgreen:
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Re: das leidige zeltproblem...

Beitrag von Uwe » Di 19. Sep 2017, 11:06

MissPoppy hat geschrieben: Da wir noch nie zelten waren, überlegen wir, ob es Sinn macht unsere Zelttour auf dem Laugavegur um ein Jahr zu verschieben, um davor in Österreich noch ein paar Zelttouren unternehmen zu können, damit wir überhaupt mal eine Ahnung haben, wie man ein Zelt überhaupt aufbaut :mrgreen:
Egal wohin die Reise geht, man sollte das Zelt immer zuerst zuhause aufbauen - bei gutem, aber auch bei schlechtem Wetter. :!:

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