Frage Regenschirm und Wanderschuhe

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chrisly
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Frage Regenschirm und Wanderschuhe

Beitragvon chrisly » Sa 5. Aug 2017, 10:18

Hallo,

ich möchte nächstes Jahr im Juli einen Teil der Sprengisandur und den
Laugarvegur laufen. Dazu zwei Fragen.
- Ist ein Regenschirm für Regenperioden sinnvoll?
- Sind knöchelhohe Wanderschuhe oder eher Halbschuhe zu empfehlen?
Vielen Dank.
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greulix
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Re: Frage Regenschirm und Wanderschuhe

Beitragvon greulix » Sa 5. Aug 2017, 14:07

Hallo chrisly,

ich bin mir ja gar nicht sicher, ob die Fragen ernst gemeint sind. Aber Island und Regenschirm - das geht gar nicht. Es ist häufig sehr windig. Da hilft ein Regenschirm überhaupt nicht. Im Gegenteil, er ist hinderlich. Und regenfeste Bekleidung brauchst Du daher ohnehin.

Und auch im Juli musst Du auf dem Laugavegur mit Schnee rechnen. Der Untergrund kann matschig sein. Im Geröll kann man umknicken. ... Richtige Wanderschuhe sind also unbedingt zu empfehlen.

Schöne Grüße,
Markus
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sw-fuzzy
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Re: Frage Regenschirm und Wanderschuhe

Beitragvon sw-fuzzy » Sa 5. Aug 2017, 20:28

chrisly hat geschrieben:- Sind knöchelhohe Wanderschuhe oder eher Halbschuhe zu empfehlen?

Halbschuhe sind ideal, um sich den Knöchel zu verstauchen.... :D :D
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Primordial
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Re: Frage Regenschirm und Wanderschuhe

Beitragvon Primordial » Mo 21. Aug 2017, 19:28

greulix hat geschrieben:Aber Island und Regenschirm - das geht gar nicht.

Hallo.

Da sehen meine Erfahrungen anders aus. Und auch im isländischen Hochland herrscht nicht jeden Tag Sturmwind...

Es gibt leichte und ausreichend stabile Regenschirme die im Rucksack kaum auffallen. Ich hatte dieses Jahr auf einer dreiwöchigen Trekkingtour einen etwa 200g leichten Schirm dabei. Es hat häufig geregnet und meistens war die Windstärke gering. Manchmal habe ich einfach kürzere Schauer gemütlich unter dem Schirm (und eventuell noch einem Felsen als Windschutz) abgewettert. Da nach meiner Erfahrung auch beste Regenbekleidung irgendwann irgendwo durch ist, ist es sehr angenehm hin und wieder einen Schirm nutzen zu können. Auch einige Spaziergänge in Zeltnähe habe ich überhaupt erst durch den Schirm gemacht, weil ich sicher war danach nicht völlig durchnässt wieder ins Zelt schlüpfen zu müssen. Das ist ein nicht zu unterschätzender psychologischer Faktor, gerade bei länger anhaltenden Regenphasen. Es soll ja trotz der anderen Strapazen doch ein wenig Erholung dabei sein, und durchnässte Kleidung ist da nicht gerade förderlich. Habe sogar einen Berg im Regen (und Wind!) bestiegen ohne völlig nass zu werden, einfach weil es ging… Sonderlich hinderlich war der Schirm dabei trotzdem nicht.

Das soll natürlich nicht heißen, dass ein Schirm eine gute Regenbekleidung aus Jacke und Hose in Island ersetzt. Er ergänzt sie allerdings hervorragend wenn die Bedingungen passen. Schwierig ist der Schirmeinsatz wenn es über unebenes Terrain geht und Trekkingstöcker eingesetzt werden. Da würde sich ein handfreies System (schwerer, größeres Packmaß) zwar anbieten, aber das wäre aufgrund der fehlenden Ausgleichsmöglichkeit schon bei wenig Wind eher unpraktisch.

Für mich steht fest: Ohne kleinen Schirm mache ich keine Trekkingtour mehr. Auch über der Baumgrenze. Es ist wunderbar die Möglichkeit zu haben, bei Regen draußen zu sein und nicht vor Nässe triefend in ein kleines Zelt zu schlüpfen…

Probiert es einfach aus und bildet eure eigene Meinung. Das zusätzliche Gewicht sollte höchstens Ultraleichtwanderer stören.

Und was die Schuhe angeht: Wo ist denn auf den genannten Pisten und dem ausgetrampelten Laugavegur das Problem eventuell Halbschuhe zu tragen? Das Risiko sich am Knöchel zu verletzen steigt natürlich… Es gibt trotzdem genügend Beispiele das so etwas funktionieren kann wenn die Fußmuskulator ausreichend trainiert ist. Die Nassen Füße durch Schnee sind da auch eher ein Komfortproblem, das erstaunlich viele Wanderer bewußt auf sich nehmen.

Grüße, Jens
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Re: Frage Regenschirm und Wanderschuhe

Beitragvon Berserkjahraun » Mo 21. Aug 2017, 20:48

Hallo,
so optimistisch wie von Jens geschildert - „meistens war die Windstärke gering“ - kann ich das von den Erfahrungen meiner Touren nicht unterstützen. Regen, der senkrecht von oben kommt (auch bekannt als „kontinentaler Regen“) und daher Regenschirm-freundlich wäre, kommt m.E. eher selten vor und zählt für mich eigentlich gar nicht als Regen.
„Isländischer Regen“, also echter Regen, kommt grundsätzlich seitlich und meist von vorne (subjektive Einschätzung, aber aus eigener Empirie ;) ). Von daher kann ein Regenschirm höchstens als nette Ergänzung gesehen werden, die vielleicht auch mal von Nutzen ist. Ich kann mich aber an keine Gegebenheit erinnern, bei der mir ein Regenschirm geholfen hätte.

Was die Schuhe angeht: Es gibt durchaus einige Leute, die auch längere Touren als den Laugavegur in Trailrunnern u.ä. erfolgreich bestreiten. Trotzdem; zu solchen Schuhen kann ich nur raten, wenn Du sicher bist, dass du damit genügend Standfestigkeit hast und nicht vielleicht doch eher umknickst. Im Zweifelsfall also besser knöchelhoch. Nass werden die bei Regen und einige Furtungen dann natürlich auch.

Bernd

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