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Radmuttern futsch

Mit eigenem oder gemieteten Auto oder Wohnmobil.
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klaramus
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Radmuttern futsch

Beitrag von klaramus » Mo 5. Sep 2011, 01:55

Nach etlichen 100km Piste, zuletzt die dieses Jahr schreckliche Kjölur, habe ich nach Besichtigung des Gullfoss kurz nach Verlassen des dortigen Parkplatzes ein Rad verloren - mit gaaanz viel Glück ist nichts passiert: alle Radmuttern waren weg, vorher war nichts Auffälliges zu bemerken. Zufällig hatte ich wenige km vor Ende der Kjölur das betreffende Rad vor Schlaglöchern fotografiert, alle sichtbaren Radmuttern erschienen unauffällig.
Gibt es ähnliche Erlebnisse, gibt es Fremdenhasser, ist alles Zufall?
Am Liebsten wäre mir natürlich eigene Dummheit.
Gruß, K.
nuff
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Re: Radmuttern futsch

Beitrag von nuff » Mo 5. Sep 2011, 07:07

was war den das für ein Auto?
gerneklein
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Re: Radmuttern futsch

Beitrag von gerneklein » Mo 5. Sep 2011, 11:25

Hallo klaramus

da gibt es drei Moeglichkeiten:

#1: Falsche Wartung. Irgendwann wurden eine oder mehrere Radmuttern nicht mit dem richtigen Drehmoment angezogen. Die Kjölurpiste mit all der Ruettelei ist bestens geeignet solche Radmuttern immer mehr zu loesen. Sie schafft es auch Auspuffaufhaengungen und sonstiges zu loesen.
Wenn Du dann beim Parkplatz beim Gullfoss eingeparkt hast oder ausgeparkt hast, hast Du wahrscheinlich eine so scharfe Kurve gemacht, wie Du auf der gesamten Kjöluroute nicht gemacht hast. Das reicht dann fuer den Rest, die Kraefte die auf ein Rad bei einer scharfen Kurve wirken sind sehr gross - auch bei den Hinterraedern und auch wenn sie langsam gefahren wird.
Es spielt keine Rolle ob eine oder mehrere Radmuttern am Anfang nicht richtig fest waren. Wenn eine die Aufgabe nicht mehr uebernehmen kann, wirken zu grosse Kraefte auf die anderen und dann geht eine Kettenreaktion los. Manchmal kann man sowas mit etwas Glueck durch Ruetteln, Schlagen oder Schwimmen merken. Aber auf einer Schotterpiste kann man das schlecht bemerken.

#2 Abgebrochener Diebstahl. Jemand hat versucht Dein Rad zu klauen oder war scharf auf Deine Felge. Ich habe schon an anderer Stelle mal geschrieben, das Diebe und Drogenabhaengige in Island ziemlich "doof" sind. Die Handlungen sind nicht oder kaum logisch nachvollziehbar. Als einmal man altes Auto in Reykjavík aufgebrochen wurde, habe ich die Polizei gefragt, wieso die Diebe eigentlich dieses Auto nicht aufgekriegt haben ohne ein Fenster einzuschlagen. Und wieso sie ausgerechnet dieses "Wrack" genommen haben, sie haben nichts gefunden und nichts mitgenommen. Gleich daneben standen aussichtsreichere Exemplare. Da hat mir der Polizist gesagt: Die sind hier saugefaehrlich und strohdumm. Die stechen mit dem Messer zu wenn Du denen das Geld gegeben hast und warten an der Bushaltestelle auf den Bus wenn sie einen Laden ueberfallen haben.
Versuch also nicht zu verstehen wie jemand auf die Idee kommen kann beim Gullfoss eine verrottete Felge zu klauen.
Felgen und Reifen werden uebrigens durchaus in Reykjavík geklaut.
Eine weitere Moeglichkeit gibt es, faellt mir gerade ein: Vielleicht hast Du ein so seltenes Modell das derjenige total gluecklich war endlich eine passende "Ersatzfelge" gefunden zu haben.

#3 Sabotage. Fremdenhass. Auslaenderfeindlichkeit und Faschismus gibt es in Island. Leider. Zwar nicht sehr hauefig aber gibt es. Ein doofer Blick von Dir oder vielleicht irgendeine Bemerkung? Hast Du ein anderes Fahrzeug blockiert oder behindert? Hast Du zu laut deutsch geredet?
Kann alles ein Ausloeser sein. Oder gar keine Islaender sondern andere Auslaender waren sauer auf Dich. Hast Du ein Fahrzeug irgendwie mies und unfair ueberholt?
Wie auch immer: Das ist natuerlich Sabotage und kriminelle Rache und ich habe noch nie von sowas gehoert.
Ich habe ein paar Mal Auslaenderfeindlichkeit in Island erlebt aber da blieb es bei boesen Worten und Serviceverweigerung.

Ich persoenlich glaube, dass es Nummer 1 ist. Nummer 3 halte ich fuer extrem unwahrscheinlich.

viele Gruesse
Leon
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Re: Radmuttern futsch

Beitrag von klaramus » Di 6. Sep 2011, 01:04

Ich neige auch zur Variation 1, aber dann muß ich ein besonderes Glückskind sein, weil das Rad kurz nach dem Start so abgefallen ist, daß es auf der Radhalterung "gerollt" ist, bis ich gestoppt hatte.
Von der Kjölur bis zum Camping und zurück bis zum Gullfoss sind mindestens 25 km Teer, und da merkte ich nichts. Und auf dem zufälligem Foto kurz vor Ende der Piste waren die Muttern noch dran - das war es, was mich stutzig machte und die Idee auf Trolle oder trollige Diebe aufkommen ließ.
Ansonsten war mein Fronti 4x auf Island und hat sogar den Weg in und aus der porsmörk nach starken Regenfällen bewältigt (was natürlkich für mich als Glückskind spricht... :) )
Gruß, K.
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Re: Radmuttern futsch

Beitrag von flamingo » Do 8. Sep 2011, 18:26

Hej,
Du bist ein "Glückskind".
wäre das in Deutschland auf der Autobahn passiert (andere Geschwindigkeiten)wäre es nicht so glimpflich abgegangen.
Also ab und zu mal die Räder genau nachsehen,sowie den Reifenluftdruck prüfen.
Laufe fast jeden Tag um den LKW,und schaue auf die Radmuttern und das Profil.
Nur beim PKW sieht man es schlechter,da die Muttern meistens versenkt sind.
Wäre nicht das erstemal das Reifen verloren gehen. :roll:
Torsten
Gruß Torsten
Warte nicht bis zur Rente,denn dann kann es zuspät sein.
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Re: Radmuttern futsch

Beitrag von lralfi » Mi 28. Sep 2011, 09:03

Naja, seltsam ist, dass Du nix gemerkt hast ? Eine lockere Felge macht ziemlichen Lärm beim Fahren, ausserdem müssten Spuren an den Bolten bzw der Felge zu sehen sein.

Es sei denn, die Felge war so festgegammelt, dass sie sich tatsächlich erst dort gelöst hat. das glaunbe ich aber bei dem Geschüttel eher nicht.

Lose Radmuttern hatte ich auch schon, aber das merkt man recht schnell, lange bevor sie abfallen. Vor allem, dass alle weg sind ist komisch. Naja, ist ja nix weiter passeirt !
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Thomasito
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Re: Radmuttern futsch

Beitrag von Thomasito » Mi 28. Sep 2011, 11:43

Hallo Klaramus

Es gibt ähnliche Erlebnisse. Mir ist das auch schon passiert. Allerdings lösten sich meine Radmuttern auf der Autobahn während der Rückfahrt. Trotzdem war
das Schütteln kaum wahrnehmbar, was ich angesichts des mechanischen Schadens immer noch nicht glauben kann. Letztes Jahr trafen wir einen Kleinbus an der Askja, der
ebenfalls ein Rad verloren hatte. Der sammelte einfach alle Bolzen wieder ein und schraubte das Rad wieder an. Wie das ohne Schaden gehen konnte, kapier ich auch nicht.
Ich ziehe nun nach jedem Pistentag die Radmuttern mit dem Drehmomentschlüssel nach. Besonders an den ersten Tagen "setzen" sich offensichtlich die Felgen aufgrund der höheren Belastung. Das merkt man an dem fehlenden Anzugsmoment.
Nach ein paar Tagen ist dann meistens Ruhe.

Gruß

Thomas
sgm

Re: Radmuttern futsch

Beitrag von sgm » Mi 28. Sep 2011, 22:08

Wir hatten ja schon auf der Fähre drüber spekuliert ;)

Ich glaube ich trete dir nicht zu nahe, wenn ich behaupte, dass die Felgen vom Fronti nun wirklich keinen Dieb mehr anlocken dürften. Gerade die Hinterräder "fressen" sich gerne fest und halten dann auch noch gut mit lockeren Radmuttern.

Allerdings, wie du es von der Kjölur bis zum Gullfoss mit dem vollgeladenen Fronti, mit den wahrscheinlich lockeren Radmuttern geschafft hast, ist mir auch ein Rätsel.
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