Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Island ist mehr als nur ein Reiseland. In diesem Forum werden gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Themen diskutiert. Eben alles, was nicht unbedingt mit Tourismus und Reise zu tun hat.
BEH
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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von BEH » So 7. Aug 2011, 13:55

Gestern (6.8.) vor 17 Uhr versank ein ganzer Reisebus im See Blautulón. 11 der 22 tschechischen Touristen waren am Ufer, als der Bus kippte. Die im Bus befindlichen konnten sich noch retten und niemand wurde verletzt. Das ganze Gepäck versank jedoch mit dem Bus im See. Die Reisegruppe übernachtete dann in Vík. Auf dem Bild zur Nachricht sieht man einen Reifen des Busses noch aus dem Wasser schauen: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2011/ ... a_rutunni/
Der See befindet sind etwas nördlich von Skælingakofi und südlich von Sveinstindur oder dem Berg Gréttir. Alle Insassen einschließlich des Fahrers seien Ausländer gewesen. Der Fahrer sei jedoch vorher einige Male diese Strecke gefahren. An einer Stelle führe die Wegspur durch das Wasser, doch man müsse sich beim Durchfahren nahe der Wasserkante halten. Da wo der Bus innerhalb einer Minute versank, sei das Wasser 10 Meter tief. Das Gepäck wurde mittlerweile von Tauchern in der Nacht aus dem Bus geholt.
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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von BEH » So 7. Aug 2011, 17:56

Liest man die Berichte, so kann man nur sagen, dass man unheimliches Glück gehabt hat. Wären alle 22 Leute im Bus gewesen, dann wäre es wohl zu einer Katastrophe gekommen. Der Bus versank innerhalb von 51 Sekunden. Laut Polizeiaussage habe der Fahrer eine starke Rettungsleistung vollbracht. Er verließ den Bus durch ein Seitenfenster, da sich die Tür nicht öffnen ließ, stieg auf das Busdach und öffnete dann die Dachluke und holte so die Passagiere heraus, die dann an Land schwammen.
http://www.ruv.is/frett/rutan-sokk-a-51-sekundu
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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von BEH » So 7. Aug 2011, 19:47

Noch ein Wasserabenteuer in Südostisland : Das Mietauto eines schweizer Ehepaars wurde heute in dem Fluss Skyndidalsá, die in die Jökulsá í Lóni mündet 50 m mitgerissen. Als der Wagen zum Stehen kam, kletterten sie auf das Dach und riefen die schweizer Polizei an, die wiederum den isländischen Notruf verständigten. Gut, dass sie die Strassennummer wussten (F 980). So ging die Sache noch mal gut aus. Der Mietwagen sei jedoch stark beschädigt.
http://www.mbl.is/frettir/innlent/2011/ ... n_med_ser/
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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von BEH » So 7. Aug 2011, 23:18

Tja, und noch eine positive Nachricht: Die Temperaturen erreichten heute seit langem einen Höhepunkt im Süden und stiegen auf 20 Grad Im Schatten. In der Sonne war es da kaum auszuhalten : )
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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von Sigrid » Mi 24. Aug 2011, 18:30

So wie ich die Meldung verstehe, können die Bauarbeiten für ein weiteres Kraftwerk beginnen. Objekt der Begierde: der untere Lauf der Thjórsá. Hydropower Plants in Thjórsá River.
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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von gerneklein » Mi 24. Aug 2011, 20:25

Sigrid hat geschrieben:So wie ich die Meldung verstehe, können die Bauarbeiten für ein weiteres Kraftwerk beginnen.
Nein, nicht direkt, dass ist nur ein Gesetzentwurf der aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr gestoppt wird sondern vom Parlament akzeptiert wird.

Also heisst es Abschied nehmen vom Urriðafoss, Hestafoss und Búðafoss.

Urriðafoss ist Island staerkster Wasserfall gemessen an der Wassermenge. Unglaubliche 360 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Zum Vergleich: Gullfoss schafft es im besten Falle auf 130 Kubikmeter pro Sekunde, oft "nur" 100 Kubikmeter pro Sekunde. Man schaut also auf dreimal Gullfoss.

Urriðafoss faellt durch den Staudamm trocken, das Wasser geht an ihm durch einen Tunnel vorbei, der Damm wird oberhalb liegen, die Turbinenstation unterhalb.

Beim Búðafoss hat ein Teil der Þjórsá keine Lust da runterzufallen und fliesst einfach geradeaus weiter. Dieser Abzweig stuerzt dann den Hestafoss runter und vereinigt sich spaeter wieder mit dem Hauptstrom. Dazwischen liegt die Insel Árnes auf die keine Strasse und Weg fuehrt. All das wird im Stausee untergehn.

Hauptabnehmer des Kraftwerks wird (mal wieder) ein Aluminiumwerk sein. Der Sauerstoff vom Bauxit, dem Ausgangsstoff fuer das Aluminium, wird durch stromfuehrende mit Kohle ummantelten Metallstaeben geloest. Dabei entstehen Unmengen von Kohlendioxid und, weil schwefelhaltige Kohle verwendet wird, auch Schefeldioxid. Weder Bauxit noch die schwefelhaltige Kohle gibt es uebrigens auf Island und muss mit Schiffen herantransportiert werden. Das lohnt sich nur wegen dem billigen Strom. Da derzeit jedes neue Kraftwerk in Island direkt mit einem Aluminiumwerk verbunden ist bekommt Island wegen dem chemischen Prozess im Aluminiumwerk quasi fuer jedes neue Wasserkraftwerk ein ebenbuerdiges Kohlenkraftwerk "geschenkt". Um die Dimension der Kohlenverbrennung zu verdeutlichen: Ein einziger Metallstab der in das Bauxit gesenkt wird ist ungefaehr 3 Meter hoch und 40 bis 60 Zentimeter dick. Diese Metallstaebe werden staendig mit neuer Kohle erneuert und ersetzt.

Kohledioxidspeicherung oder Abgaswaesche wegen dem Schwefeldioxid (bei deutschen modernen Kohlekraftwerken angewandt) wurde in Island bisher abgelehnt. In der Umgebung von Reyðarfjöður lassen sich die Folgen des Schwefeldioxidniederschlags gut beobachten.

Die Entscheidung ist traurig wegen der Zerstoerung einer einzigartigen Attraktion Islands und dem nachfolgenden andauernden Ausstoss von Kohlendioxid. Nur weil neues Aluminium so billig ist lohnt sich Recyling nicht oder wird nicht ueber Recyling von Aluminium nachgedacht. Auch lohnt es sich nicht ueber Alternativen nachzudenken. Sind Aluminiumdosen der beste Weg Bier aufzubewahren? Und so wird weiterhin in Amerika ein Vielfaches der Jahresproduktion von Aluminium in Island derzeit einfach auf den Muell geworfen.

viele Gruesse
Leon

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Urriðafoss - Islands wasserreichster Wasserfall: 360 Kubikmeter pro Sekunde

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Búðafoss - sagenhafte 180 Meter Breite!

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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von marled » Do 25. Aug 2011, 17:53

Ausverkauf des Landes? Solche Meldungen stimmen mich immer sehr nachdenklich.
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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von Haförn » Do 25. Aug 2011, 19:20

Interessant ist doch auch, dass bereits 1918 Kraftwerke an den oben angegebenen Orten geplant wurden:
http://www.thjorsa.is/category.aspx?catID=42
pdf-Anhänge unten an Dokument
Ich kann zuwenig isländisch um festzustellen, ob das reine Planobjekte waren oder aber warum diese nicht realisiert wurden.
Noch 10 Tage bis zum Abflug ...
Xio
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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von Sigrid » Do 25. Aug 2011, 19:21

marled hat geschrieben:Ausverkauf des Landes? Solche Meldungen stimmen mich immer sehr nachdenklich.
Chinese Investor to Build Hotel on Remote Icelandic Land
Marled
Da springen bei mir sämtliche Vorurteilslampen an... wobei das Wort Investor das größere Unbehagen hervorruft. Ja, ich habe Vorurteile... wahrscheinlich völlig unbegründet, aber mein Bauch... mein Bauch... Ich wünsche allen Beteiligten ein glückliches Händchen...
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Re: Hvað er títt - was gibt´s Neues?

Beitrag von gerneklein » Fr 26. Aug 2011, 00:18

xio hat geschrieben: Ich kann zuwenig isländisch um festzustellen, ob das reine Planobjekte waren oder aber warum diese nicht realisiert wurden.
Diverse Wirtschaftskrisen und die beiden Kriege standen den Plaenen im Weg ohne jetzt Details zu nennen.

Aehnlich wie beim Gullfoss. Da hat der Krieg die Finanzierung des Kraftwerks verhindert.

Die Geschichte mit der Farmerstochter die sich in den Gullfoss stuerzen wollte wenn der Damm gebaut wuerde ist zwar wahr aber doch falsch weil die Tochter mit dieser Drohung nichts verhindert hat.

Die haben sich damals genauso einen Dreck um das Maedchen geschert wie um Ómar Ragnarsson beim Bau des Kárahnjúkar Staudamms.
Gullfoss Staudamm wurde wegen des Krieges nie gebaut, das Maedchen hat ein schoenes Denkmal bekommen.
Kárahnjúkar wurde gebaut, Ómar Ragnarsson hat kein Denkmal bekommen und er wollte auch kein Selbstmord begehen.
Dafuer gabs waehrend des Baus Kriege in der Welt genug. Tja, heute sind Kriege einfach besser in die Wirtschaft integriert :-)

viele Gruesse
Leon
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