Hinweise zu Covid-19 in Island
Informationen zur aktuellen Situation und Hinweise für Reisende gibt es hier: https://www.covid.is/de. Auch im Forum wird berichtet: viewtopic.php?f=2&t=8200 und über aktuelle Bestimmungen diskutiert: viewtopic.php?f=37&t=8234. Passt auf euch auf und schützt andere!

Entwicklung des Vulkanausbruches auf Reykjanes
Informationen zur aktuellen Situation gibt es hier: viewtopic.php?f=42&t=8302 und die Diskussion im Forum gibt es hier: viewtopic.php?f=42&t=8186&start=90

Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

... und andere -logien.
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Andreas
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Logisch, nur (absichtlich) falsch gedacht

Beitrag von Andreas » Di 30. Mär 2021, 10:33

Blacky hat geschrieben:
Fr 26. Mär 2021, 22:21
Der Standort der MBL-Kamera wurde verändert: https://k100streymi.mbl.is/p2p/mbllive?v=1
Sehr schöne Bilder mit Ton!
Die Webcam vom RÚV sendet zuverlässig ohne Störungen ein Bild, allerdings ohne Ton.
Die Webcam vom Morgunblaðið sendet mit Ton aber unregelmäßig und mit Störungen.
Folglich beeinträchtigt der Ton die Übertragungsqualität. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Íslenska er ekkert svo erfið! Á Íslandi talar jafnvel ungbarn þetta mál.
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Ulla
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Re: Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

Beitrag von Ulla » Di 30. Mär 2021, 22:42

Inzwischen gibt es viele Videos vom Vulkan. Dieses fand ich besonders beeindruckend. Man muss etwas vorspulen,



Gruss Ulla
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Philipp
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Re: Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

Beitrag von Philipp » Di 30. Mär 2021, 23:21

Ein paar Zeilen von mir als vulkanologischem Laien...

Wenn kein neuer Post eintrifft, heisst dies ja: es passiert nichts weiter - aber dem ist nicht so.

Dieser Ausbruch ist ja kein eigentlicher (Zentral-)Vulkanausbruch, sondern eine für Island typische Spalteneruption. Es gibt keinen Vulkanausbruch des 'Fagradalsfjall' wie es viele Pressemitteilungen behaupten.

Bei dieser Spalteneruption kommt das Magma auch nicht aus einer Magmakammer aus rund 6 bis 7 Kilometern Tiefe, welche sich nun entleert. Es ist offenbar Magma direkt unterhalb der Erdkruste (15 bis 17km) welches an die Oberfläche tritt. Es füllt den 'Spalt aus der Plattentektonik' aus. Wie lange dies weiter geht, kann niemand voraus sehen. Einige Vulkanologen sprechen auch von einem 'Schildvulkan': kein hoher Krater, sondern einfach stetig auslaufende eher dünnflüssige Lava aus einer Spalte.

Eindrucksvoll sind die Bilder auf RUV.is vor allem bei Beginn der Dämmerung. Niemand kann sagen wie es weiter geht. Aber bis jetzt ist es ein Glücksfall, dass es so ohne Auswirkungen auf die besiedelten Gebiete Islands abläuft. :)

Bild
fakewoodforest
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Re: Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

Beitrag von fakewoodforest » Mi 31. Mär 2021, 00:05

Philipp hat geschrieben:
Mo 29. Mär 2021, 23:41
Andreas hat geschrieben:
Fr 26. Mär 2021, 09:17
Eine Frage an die Vulkanier / Vulkanologen oder wer sich auch sonst angesprochen fühlt: Die Lavafontänen sehen für mich aus, als würden sie in Zeitlupe gezeigt. Bin ich der Einzige der solch einen Eindruck hat?
Nein, bist du nicht. Hatte ich auch - wir Menschen vergleichen ja immer mit uns bekannten Dingen. Die meistbekannte Flüssigkeit die wir kennen, ist WASSER. An dieser halten wir unsere Wahrnehmung fest. Somit hätte sich Lava ähnlich zu verhalten wie Wasser. Tut sie aber nicht.

Lava ist flüssiges Gestein. Lava ist 'schwerer' wie Wasser und auch dickflüssiger. Schauen wir uns die aufsteigenden Dämpfe und das Rauchen im Vordergrund an, kommen uns diese im Verhalten bekannt vor. Nur die austretrende Lava ist 'irgendwie anders': zu langsam!

Die Zeitlupen-Perspektive der Lava hängt wohl mit unserer einordnenden ICH-Perspektive zusammen...
Ich glaube das langsame Fließen der Lava kann man so erklären. Ich denke die herausgeschleuderten Brocken fliegen so lange, da man die Dimensionen des Kraters durch die Webcam komplett falsch einschätzt. Die rausgeschleuderten Brocken brauchen so 2-3 Sekunden vom Umkehrpunkt der Flugbahn bis zum Boden (wenn sie kurz in der Luft "stehen" um dann in Richtung Boden zu fallen bis sie tatsächlich unten einschlagen). In 3sec fällt der Brocken ca. 30-40m runter - und das halte ich für die Höhe der rausgeschleuderten Teile gar nicht so unrealistisch...
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Re: Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

Beitrag von Icelandphoto » Mi 31. Mär 2021, 16:19

Hallo ins Forum,
hat jemand eine Lösung für das aktuelle Corona-Problem, wenn man sehr gerne für ein langes Wochenende nach Island möchte, um u.a. zum Vulkan zu gehen.
Ich denke, die ganzen Tests sind machbar; wenn man zurückkommt muss man (negativ getestet) auch nicht in Quarantäne ... aber die 5 Tage häusliche Quarantäne" auf Island machen alles unmöglich, oder?
Falls es doch möglich ist, wäre ich um eine Rückmeldung sehr dankbar !!!
... once in a lifetime ... das wäre Wahnsinn, so etwas mal gesehen zu haben ... (und dann auch noch als Photograph ...).
VG
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Monique
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Re: Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

Beitrag von Monique » Mi 31. Mär 2021, 18:23

Die einzigen Varianten für "kurz mal eben schnell" lauten: Du hast entweder eine Covid-Infektion überstanden, kannst Anti-Körper in deinem Blut nachweisen oder bist komplett mit einem in der EU zugelassen Impfstoff geimpft. In allen 3 Fällen musst du dies schriftlich (z. B. auf isländisch oder englisch) bei der Einreise an der Grenze nachweisen. Kannst du das, wirst du dennoch noch 1x an der Grenze getestet (PCR-Test) und musst in deiner Unterkunft das Ergebnis abwarten. Brauchst aber eben keinen weiteren Test nach 5 Tagen Quarantäne.

Infos zu den Regeln, Quarantänebrechern und den Konsequenzen daraus gibt es hier:
https://www.icelandreview.com/de/natur- ... privatjet/
https://www.icelandreview.com/de/natur- ... b-1-april/

Die bisherigen Quarantänebrecher (vermutlich sind dadurch auch Infektionen an der Ausbruchsstelle aufgetreten) haben dafür gesorgt, dass es verstärkte Kontrollen gibt.

Once in lifetime ... jein ... das gibt es öfter. Aber ja, die Stelle ist schon sehr optimal ;). Hier im Forum warten noch mehr auf ihre Chance. Die Chance ist nicht so gering, dass der Ausbruch länger anhält ... damit erhöhen sich die Chancen, den Ausbruch mal mit eigenen Augen zu sehen. Denn je länger er andauert, umso größer die Chance, dass man irgendwann geimpft ist oder die Pandemie sich sogar soweit eindämmen lässt, dass Quarantänen nicht mehr erforderlich werden.

Monique
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Re: Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

Beitrag von Monique » Mi 31. Mär 2021, 20:57

Icelandphoto hat geschrieben:
Mi 31. Mär 2021, 16:19
[...]... once in a lifetime ... das wäre Wahnsinn, so etwas mal gesehen zu haben ... (und dann auch noch als Photograph ...). [...]
Ich möchte mal nochmal auf einen Aspekt eingehen ... Fotos :). Der Gedanke "Ich will ein Foto davon" ist absolut naheliegend. Und es war auch bei mir viele Jahre so, dass ich dachte: Ich will auch mal so ein geiles Foto von nem Ausbruch selber schießen. Spätestens seit meinem ersten Live-Ausbruch, bei dem wir ja vor lauter Asche so gar nichts gesehen haben, nur eingestaubt wurden, dominiert aber ein anderes Gefühl. Etwas, das man auch spürt, wenn man auch ohne jeden Ausbruch abseits der Ortschaften durch das Land reist (und es zulässt): In Island bist du in einem extrem jungen Land unterwegs, in einem Land, in dem die Erde immer noch und immer wieder am Entstehen ist, in dem aus den Tiefen der Erde Neues entsteht. Ein Land, in dem Dinge passieren, die normalerweise auf dem Meeresboden passieren (ok, der Mantelplume sorgt dafür, dass auch Dinge passieren, die nicht zwingend am Meeresboden passieren). Das ist irre! Du spürst irgendwie, dass hier etwas am Werden ist, dass dies ein anderer Ort ist. So viele "Endzeit-Filme" wurden in Island gedreht (wo die Erde also - aus welchen Gründen auch immer- ihrem Ende geweiht ist), dabei ist Island genau das Gegenteil: Da wo alles beginnt! (Das hat mal ein Gast so sehr schön gesagt.)

Und wenn du dann tatsächlich bei einem Ausbruch dabei bist, dann ist es mehr das: WOW, hier passiert etwas ganz Elementares und ich bin dabei!! Fotos sind dann immer noch toll ;), aber das Gefühl, bei dieser Naturgewalt dabei zu sein, ist unbeschreiblich. Wenn ich dran denke, als ich damals mit Hans-Jürgen über den Holohraun-Ausbruch flog: 3 Tage mussten wir wegen der Sandstürme auf den Flug warten und als es dann los ging, war die Sicht alles andere als klar. Für Fotos natürlich suboptimal. Aber das war egal. Zu sehen, was da passiert, all die Theorie aus den Büchern quasi in der praktischen Umsetzung zu sehen, die Risse in der Erde, das flüssige Gestein aus der Tief aufschleudern zu sehen. Einfach nur: wow!

Klar, ein paar wenige können vielleicht ein bisschen Geld mit den Fotos machen, ein paar mehr können andere Zuschauer mit den Fotos begeistern, aber keinem, der nicht vor Ort war, kannst du das Gefühl / die Erfahrung vermitteln, wie ist es, live bei so etwas Elementarem dabei zu sein. Diese gewaltige Erfahrung zählt für mich mehr als jedes tolle Foto. (Und deswegen schmunzel ich immer etwas, wenn jemand es auf Fotos absieht ... also bitte nicht persönlich nehmen :)).

Monique
die weiter vom aktuellen Dabeisein träumen muss
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Re: Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

Beitrag von lena » Mi 31. Mär 2021, 21:16

Ich habe demnächst eine Woche Urlaub und ich bringe die Voraussetzungen mit, um theoretisch diese Woche auch für einen Islandurlaub nutzen zu können und ich kann nicht behaupten, daß die Vorstellung, mir das live anzugucken, nicht einen gewissen Reiz auf mich ausübt, aber ich halte es für ziemlich unverantwortlich, derzeit mehr zu reisen als notwendig.
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carlotta
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Re: Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

Beitrag von carlotta » Do 1. Apr 2021, 19:09

10 Tage Vulkanausbruch im Zeitraffer
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Ruthw
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Re: Es rumpelt nicht mehr nur unter Grindavik...

Beitrag von Ruthw » Do 1. Apr 2021, 20:05

Danke für den Link!
👍
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