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Wird Island zu populär?

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Jan Ballerbus
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von Jan Ballerbus » Fr 15. Jul 2016, 10:19

räven hat geschrieben:Hört doch auf! Island ist immer noch wunderschön und hat viele einsame Ecken. Dieses Gejammer früher sei alles besser gewesen mag ich nicht mehr hören.
Er von uns ist genauso Tourist und hat zu dem Boom mit beigetragen. Vermutluch gat jeder von ubs mit seinen Fotos und Berichten dazu beigetragen, dass irgendwer zum ersten Mal nach Island fährt.
Dass auch durch Billigairlines immer mehr Menschen reisen , ist nun mal so.
Die Isländer müssen lernen, die Touristenströme zu kanalisieren und dabei die Natur schützen.
Genauso isses! Früher war in Island auch manches nicht toll. Klar gibts Momente, wo es nur schwer zu ertragen ist. Aber selbst bei absoluten Tourimagneten muss man nur fünf Meter gehen und ist alleine.
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marled
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von marled » Fr 15. Jul 2016, 12:59

Nö, ich jammer, gerade weil ich es von früher anders kenne! Ich jammere auch über die Zerstörung meiner Heimat und wenn niemand eine warnende Stimme erhebt, wird sich auch niemand daran scheren, ob und was kaputt gemacht wird.
Es gibt andere Möglichkeiten, einen nachhaltigen Tourismus aufzubauen. Ich finde es auch sehr kurzsichtig zu sagen: ist nicht mein Problem, dass müssen andere in den Griff kriegen! Die anderen haben die Dollarzeichen in den Augen, die werden einen Teufel tun und den Strom kanalisieren oder gar begrenzen. Erst wenn Widerstand entsteht, wird etwas bewegt werden.
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Ulla
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von Ulla » Fr 15. Jul 2016, 14:50

Sehe ich auch so! Wenn ich schon allein an das Chaos am Flughafen denke, vergeht mir die Lust nach Island zu reisen.
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Sigrid
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von Sigrid » Fr 15. Jul 2016, 23:51

The sky maybe falling down, but the stars look good on you ... himininn er að hrynja, en stjörnurnar fara þér vel

Ein paar meiner Bilder gibt´s da -->Flickr
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ExilBayer
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von ExilBayer » Sa 16. Jul 2016, 04:12

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bibo
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von bibo » Di 26. Jul 2016, 15:44

Ich war vor wenigen Wochen zum ersten Mal seit 2012 wieder im Sommer in Island (Eistnaflug Metal Festival in Neskaupstaður). Dazwischen lagen vier Winteraufenthalte. Obwohl ich die ganze Entwicklung der letzten Jahre ziemlich aufmerksam verfolge fand ich das Mehr an Leuten schon krass und an manchen Orten schon zu viel des Guten für meinen Geschmack. Werten möchte ich das Ganze trotzdem nicht, steht mir nicht zu und da ich die entsprechenden Stellen eh schon in- und auswendig kenne muss ich mich auch nicht ins Getümmel werfen. Spätestens ab Höfn wirds recht ruhig und die Ostfjorde sind nach wie vor abgelegen und wunderschön einsam. Was mir aber ehrlicherweise schon so gar nicht gefallen hat und mir extrem aufgefallen ist waren die Camper in umgebauten Caddys und Vans. Davon waren 2012 praktisch überhaupt keine unterwegs, jetzt hab ich Fahrzeuge von mindestens 10 verschiedenen Anbietern gesehen. Obwohl es vielleicht in der Praxis tatsächlich die attraktivste Kombination von Unabhängigkeit und Komfort ist seh' ich die Dinger ziemlich kritisch. Stehen überall rum wo sie gerade wollen (womit ja auch aktiv geworben wird). Und wenn ich dran denke, dass sich die Mieter das Teil irgendwo am Flughafen holen und dann um die Insel tuckern, ist es doch so, dass außer dem Anbieter kaum ein Isländer/eine Isländerin von solchen Touristen profitiert. Stichwort keine Übernachtungen auf Campingplätzen, Bauernhöfen, Hostels, etc. zum Beispiel. Und die Touristen kommen auch kaum mit den Einheimischen ins Gespräch und verpassen damit etwas, was Island neben der Natur so großartig macht, nämlich die liebenswürdigen und unglaublich gastfreundlichen Menschen. Außer wenn sie auf deren Grund und Boden campieren :?
MfG Philip

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Biki
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von Biki » Mo 8. Aug 2016, 22:25

bibo hat geschrieben:Camper in umgebauten Caddys und Van
Ich versteht diese Kritik an Campervan-Urlauber nicht. Auch die müssen essen, zahlen Eintritte, fliegen hierher. Sind die vielen Busse, die jeweils Horden ausschütten besser? Haben die mehr Kontakte zu Einheimischen? In den Hotels arbeiten inzwischen alle möglichen Nationalitäten. Dann müssten die Tramper die Beliebtesten sein, oder?
Muss es immer gegen einzelne Gruppen gehen, die besser oder schlechter sind? Diese vielen Fahrradfahrer jetzt, sind auf der Straße immer im Weg ...
Was stört dich daran, dass die FahrerInnen dieser Autos stehen wo sie wollen? Außer, dass sich MANCHE nicht an die Regeln halten.

Mein Erleben am Flughafen Kevlavik übrigens: sehr strukturiert, innerhalb 30 min im Flybus, alle sehr nett, alles sehr glatt gelaufen.
Flug nach Grönland und zurück ab National Airport: ebenfalls alles reibungslos und schnell, nur kam kein Flybus innerhalb von 60 min.
Mopedblog und Motorradreisen zwischen Island und Marokkko http://bikibike.wordpress.com/
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marled
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von marled » Di 9. Aug 2016, 09:15

Biki hat geschrieben:
bibo hat geschrieben:Camper in umgebauten Caddys und Van

Was stört dich daran, dass die FahrerInnen dieser Autos stehen wo sie wollen? Außer, dass sich MANCHE nicht an die Regeln halten.


Mein Erleben am Flughafen Kevlavik übrigens: sehr strukturiert, innerhalb 30 min im Flybus, alle sehr nett, alles sehr glatt gelaufen.
Flug nach Grönland und zurück ab National Airport: ebenfalls alles reibungslos und schnell, nur kam kein Flybus innerhalb von 60 min.

Es stört mich schon, wenn ich z. Bsp. im Nationalpark Snæfellsjökull ab von der Piste!!! nicht nur einen, sondern etliche stehen sehe, wenn ich auf dem Weg zum Strand nicht dem ausgewiesenen Weg folgen kann, sondern über bewachsenes Land gehen muss, weil einige der Camper den Weg blockieren, wenn ich von meinem bezahlten Campingplatz aus die Camper sehe, die kurz davor parkieren und trotzdem dann kostenlos die sanitären Anlagen nutzen (so gesehen und erlebt dieses Jahr). Ich finde das mit dem Camper schön, man ist unabhängig, nur nutzen das leider viele in die falsche Richtung und weit ab von jeder legalen Grundlage. Hier wäre schon bei der Anmietung die Verleiher in der Pflicht, ihre Kunden entsprechend zu informieren.

Mein Erlebnis am Flughafen KEF: Landung am Nachmittag, relativ unproblematisch, auch mit dem Gepäck, Landung meiner Freunde in der Nacht: chaotisch mit Wartezeiten bis zu 2!!! Stunden am Gepäckband.
Marled
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Ute
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von Ute » So 14. Aug 2016, 21:09

Hallo,
bin gerade zurück aus Island. Ich finde die Entwicklung im Tourismus momentan sehr verheerend - gerade was die Natur angeht.
Ich mußte wiederholt erleben, daß Absperrungen ignoriert wurden, da wurde drübergestiegen und lustig durchs Moos gestiefelt.
Daß die Schritte auch Moos zerstören, welches sich dann auf Grund des Klimas nur schlecht und langsam regenerieren kann - weiß der
"Otto-Normaltourist" wahrscheinlich nicht - oder schlimmer - es interessiert ihn nicht.
Mir ist oft der Kragen geplatzt und ich habe diese Touristen darauf hin gewiesen, daß sie verbotenen Bereich betreten haben.
Ich erntete unverständliche Blicke. So passiert am und um das Kap Dyrholaey, am Svartifoss, Hengifoss, Skogafoss und andere.
Die Isländer haben bis zu ihren Naturschönheiten regelrechte "Autobahnen" gebaut - auf einigen dieser Strecken kann man tatsächlich mit dem Auto bis knapp vor die Sehenswürdigkeit fahren.
Die enorme Preissteigerung lockt in Zukunft nur noch die "Reichen" nach Island - und ob die mehr Sinn für den Schutz der Natur haben, wage ich zu bezweifeln.
Marled, ich bin voll deiner Meinung.!!
liebe Grüße
Ute
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Gudrid
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Re: Wird Island zu populär?

Beitrag von Gudrid » So 14. Aug 2016, 21:46

In Reynisfjara kletterten ganze Scharen die Basaltsäulen hoch, ein Tourist schickte seine Drohne vor den Vogelnestern in der Steilwand hin und her, alles lachte unten und fand es lustig, dass die Vögel Panik bekamen, weil sie nicht an ihre Nester konnten.
An den Seljalandsfoss und Skogarfoss karrte man Busse voll "Altersheime" aus Amerika, teilweise mit Rollator und in Flippflopps.
Am Geysir und am Gullfoss ignorierten ganze Scharen die Absperrungen und kletterten abseits der Wege rum, besonders schlimm sind die Asiaten.
Ganz arg empfand ich es am Godafoss, das linke Ufer ist bis zum Fall völlig zertrampelt, am rechten Ufer wurde ein neuer Weg mit Aussichtsplattform gebaut, was alles nicht schöner macht.

Ich denke, die Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Der Rubel rollt und das Land nimmt alles mit, was reinkommt.
Wir würden es nicht anders machen.
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