Wird Island zu populär?

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rainerS.punkt
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Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon rainerS.punkt » Fr 5. Dez 2014, 08:16

Moin,

DIESE Diskussion gibt es in JEDEM landesspezifischen Reiseforum. Und sie ist hier so wenig zielführend wie anderswo. Schon allein die Unterscheidung zwischen guten und schlechten Touristen finde ich bedenklich. Warum soll ein 65-jähriger Vollpensionstourist nicht das gleiche Recht haben, wie ein 25-jähriges Wanderpärchen und all die Urlaubstypen dazwischen? Dem Land vorzuwerfen, den Tourismus als Einnahmequelle zu erschließen, ist wiederum genauso abwegig.

Klar ist, dass es in diesem Prozess auch immer vermeidbare Negativentwicklungen gibt und Menschen, die sowas aggressiv für sich ausnutzen, aber auch das ist am Ende normal, menschlich, das Leben halt. Und dass die gut betuchten Individualtouristen immer die besseren Reisenden sind, als der Kegelklub aus Wanne-Eickel, der sich mit dem Bus bequem durchs Hochland schaukeln lässt, muss erst noch bewiesen werden.

Und egal, ob Pauschaltourist, Hochlandwanderer, Radfahrer oder Ferienhausmieter: Wir sind dort wie auf Mallorca und anderwo ALLE Touristen.


In den letzten zwei Jahren war dabei aber auch zu beobachten, wie sich die Isländer ändern. Ganz krass war es im letzten Sommer - und ich habe viel mit Leuten zu tun, die im Tourismus arbeiten.



Viele Grüße
Rainer

PS: @geena837: Volle Zustimmung. Mallorca ist eine tolle Insel (Reise 1 / Reise 2)
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Monique
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Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon Monique » Fr 5. Dez 2014, 09:51

@Rainer: Sicher wird es diese Art der Diskussion auch in anderen landesspezifischen Reiseforen geben ... einige von uns sind da aber nicht unterwegs, sondern (nur) hier und uns beschäftigt halt Island. Insofern darf man ja drüber reden. Und man darf auch sagen, dass sich in dem einst beschaulichen Island in recht kurzer Zeit etwas geändert hat. In diesem Zusammenhang verstehe ich auch nicht ganz, warum du mein Zitat am Ende deines Betrags "luftleer" hingestellt hast. Soll das was sagen? Ich arbeite seit 2009 immer wieder in Island, habe 2009 und 2013 auch mit Isländern gelebt und habe nach wie vor mit ihnen zu tun und ich habe insbesondere in den letzten 2 Jahren und ganz besonders in diesem Sommer eine Veränderung der Isländer, die im Tourismus tätig sind, festgestellt. Die war nicht ohne. Und jeder muss für sich seinen Weg finden, wie er damit umgeht.

Ich kann - insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrise, die die Isländer 2008 erschüttert hat - die Entwicklung vor Ort nachvollziehen und durchaus Verständnis dafür aufbringen. Klar will jeder von dem Kuchen ein Stück abhaben, etwas mitnehmen, so lange es läuft. Es sei ihnen gegönnt. Man darf aber auch sagen, dass einem selber die Art und Weise mit der Zeit jedoch ungesund vorkommt. Letztendlich ist es Sache der Isländer, was sie damit und daraus machen. Ist ja ihr Land.

Die Diskussion "gute/schlechte Touristen" hatten wir hier hin und wieder im Forum, aber ich denke, dieses Thema ist nicht das, worum es hier geht und nicht das, was angesprochen wurde. Bei den von Peter angesprochenen Kurz-Besuchern auf den Wikingerkreuzfahrten würde ich es eher als "Kritik" am Reisekonzept sehen als an den Reisenden. Ich hatte durch meine Arbeit bislang mit Reisenden unterschiedlichster Art zu tun, war auf verschiedensten Touren Reiseleiter: 2-Wochen-Reisen, Wandern, Städtetour, Trendtours-Tagestour, Kreuzfahrt-Tagestour, Kurz-Stippvisite ... Dass ich persönlich die eine oder andere Art des Reisens nicht bevorzuge, zieht nicht automatisch mit sich, dass ich die Menschen, die diese Reise machen als "schlechter" ansehe. Das wäre völlig Quatsch und auch die Wortwahl "gut/schlecht" ist dämlich. Jeder hat seine Beweggründe, eine bestimmte Form der Reise zu machen. Ich sehe es eher als kritisch, dass es angesichts der Preisentwicklung dem "normalen" Reisenden erschwert wird, Island auf seine Art und mit der Zeit, die es braucht, zu entdecken. Da reicht das Geld halt nur noch für die Kurz- und Billigvariante. Was dem finanziell besser gestellten Reisenden inzwischen alles an "Adventure" geboten wird, sehe ich noch kritischer - es passt aber zu dem Bild, das von Island beworben wird ... das große Abenteuerspielplatz. Wenn die Isländer nur noch Gäste mit dicker Geldbörse haben wollen, dann sollen sie sich aber auch nicht über deren Reisementalität beschweren.

Monique
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rainerS.punkt
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Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon rainerS.punkt » Fr 5. Dez 2014, 10:08

Hallo Monique,

das mit dem luftleeren Zitat war ein Versehen: Dahinter wollte ich fragen: "Wie haben sich die Isländer denn verändert?" Ich finde es nämlich interessant, die Eindrücke von Leuten zu hören, die vor Ort leben und somit wirklich Ahnung haben ;)

Islandurlaub ist teuer. Ja. Aber ob das von den Isländern gezielt getriggert wird oder Island eben per se teuer ist (was mir so schien), vermag ich nicht einzuschätzen. War es für "normale" Reisende denn früher einfacher?


Davon abgesehen, wird Island nicht der "Ballermann des Nordens werden": Der Partyurlauber wird weiter warme Gefilde aufsuchen. Die "Adventure"-Touristen, die ich hinter deiner Argumentation vermute, sehe ich auch kritisch, aber: Ist das wirklich (schon) die Masse?



Viele Grüße
Rainer
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marled
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Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon marled » Fr 5. Dez 2014, 14:10

Das Problem an Island ist, dass sich der Tourismus entlang der Ringstraße konzentriert und der kannst du ohne 4x4 mal nicht so einfach ausweichen. Wir haben hier in der Nähe die A1, da ist relativ viel Verkehr. Wenn ich den nicht haben will, weiche ich auf eine weniger befahrene Parallelstraße aus. Das geht in Island aber nicht oder nur eingeschränkt.
Irgendwo habe ich vom Ziel: 3 Millionen Touristen in den nächsten 10 Jahren gelesen. Dafür wird jetzt Werbung gemacht und es gibt auch eine neue Klientel, die die üblichen Sonnenbadeziele dann halt im Winter 'macht'.
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Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon geena837 » Fr 5. Dez 2014, 14:52

Hm, auch wenn es solche Angebote gibt, wie für knapp 1000 € ein paar Tage auf Island, so glaube ich trotzdem nicht das das massenhaft interessant sein wird. Ein bißchen Nordlandliebhaber denke ich muß man schon sein, den reinen Pauschal Sonnenhungrigen wird das nicht so interessieren. § Mio Touristen ist schon ein starmmes Ziel.
Da müßten dann bessere Unterkünfte in größerer Zahl und zu vernünftigen Preisen her. Winziges Zimmer mit Etagenbad dürfte doch viele abschrecken zu Preisen von mind. 90 € aufwärts pro Person in der Saison. Dafür bekommt man selbst im teuren Schweden schon gute Hotelzimmer.

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Ulla
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Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon Ulla » Fr 5. Dez 2014, 15:12

Islands Tourismus am Wendepunkt, hier zu lesen.

http://icelandreview.com/de/news/2014/1 ... wendepunkt.
Gruß Ulla
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Andreas
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Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon Andreas » So 4. Jan 2015, 19:30

Bei einem nAmhaften Discouter wird prangt jetzt im Norden der Hinweis auf eine Islandreise. Ich will dafür keine Reklame machen, sondern nur darauf hinweisen, dass Island jetzt kein so ausgefallenes Reiseziel mehr ist.
Íslenska er ekkert svo erfið! Á Íslandi talar jafnvel ungbarn þetta mál.
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Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon geena837 » So 4. Jan 2015, 21:56

och, das sind aber bei verschiedenen Discounter immer ein ähnliches Angebot, so ne Art Schnupperreise im Großraum Reykjavik. Goldener Zirkel, Blaue Lagune, Reykjavik. Wers mag...
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Sigrid
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Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon Sigrid » Sa 10. Jan 2015, 01:09

The sky maybe falling down, but the stars look good on you ... himininn er að hrynja, en stjörnurnar fara þér vel

Ein paar meiner Bilder gibt´s da --> Fotocommunity + Flickr
WERner

Re: Wird Island zu populär?

Beitragvon WERner » Sa 10. Jan 2015, 11:04

Zu Discounter-Reisen hab ich folgendes:

:arrow: http://www.t-online.de/reisen/reisemaga ... -test.html

Die Discounter treten nicht als Veranstalter auf, sondern vermitteln lediglich nur an Tochterunternehmen und an andere verbandelte Unternehmen...allerdings vermitteln sie den Eindruck, Nomen ist Omen, sie seien besonders billig. Dem ist aber anscheinend nicht so. Der Besitzer von Kria-Tours hat solch ein Angebot mal durchkalkuliert, er könnte es billiger anbieten und ein besseres Hotel.

Eine Meinung zu dem Thema "1Million im Jahr 2014" hab ich noch nicht, weil meine Meinung zum Thema "Touristen" ist mittlerweile stark von Vorurteilen geprägt. Die haben sich im Laufe der vergangenen 6-7 Jahre aufgebaut, passt mir selbst nicht, kanns aber auch nicht verbergen, zuviel merkwürdiges und negatives in und um Höfn gesehen und erlebt + die Zeitungsmeldungen über das Missverhalten einiger. Vergangenen Sommer und z.T. im Jahr davor (Auslands-Urlaub ;) ...) kam ich mir teilweise vor als lebe ich in einem Freiluft-Museum und bin ein Bewohner dessen.
Ich bin teilweise richtig erschrocken über diese schnelle Entwicklung und find's ganz einfach Schade.
:(

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