R... wie Reisezeit

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Peter
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R... wie Reisezeit

Beitrag von Peter » Di 18. Aug 2015, 19:13

Reisezeit

Grundsätzlich kann man zu jeder Jahreszeit nach Island fahren. Jede Jahreszeit hat ihre schönen Seiten und ihre Besonderheiten. Sicherlich gibt es hier und da Einschränkungen. Die Hauptreisezeit liegt zwischen Mitte Juni und Ende August. Die Busse verkehren nach dem Sommerfahrplan, nahezu ganz Island ist also per Bus erreichbar, die Hochlandpisten sind geöffnet (einige erst Ende Juni/Anfang Juli), die Natur steht in voller Blüte und die gesamte touristische Infrastruktur hat ihre Tore geöffnet.


Einschränkung Wetter

Wie das Wetter genau wird, können auch die Isländer nicht vorhersagen. Gerade in den letzten Jahren hieß es oft: So ein Wetter hatten wir noch nie! Und das sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Fehlender Schnee im Winter, außergewöhnlich trockene oder nasse Sommer, ungewöhnlich niedrige oder warme Temperaturen, starke Frosteinbrüche oder ein ausbleibender Winter – alles ist jederzeit möglich.

Im Mai kann es schon außergewöhnlich mild sein, im August kann es die ersten Schneeschauern geben. Wer plant, mit dem Zelt unterwegs zu sein, sollte seine Reise nicht vor Mai und nicht erst spät im September ins Auge fassen – gefrorene Böden könnten den Zeltaufbau erschweren.

Während man im Winter die Südküste noch ganz gut befahren kann, sollte man für den Norden verschneite Straßen und unfreiwillige Zwischenübernachtungen einplanen. Winterstürme können den Urlaub zu einem gefährlichen Unterfangen machen.


Einschränkung Licht

Ab Mai beginnen die langen Tage. Man kann jeden Tag spüren, wie es länger hell bleibt, wie man immer weniger Lust hat, ins Bett zu gehen. Um den 21. Juni herum geht die Sonne kaum unter. Abgesehen von ihrem tatsächlichen kurzzeitigen Verschwinden hat man das Gefühl, dass es durchgängig hell ist. So lässt es sich um Mitternacht noch ohne Licht wandern oder gemütlich vorm Zelt sitzend lesen.

Ab August wird es dann wieder dunkel, es ist deutlich eine Nacht auszumachen. Enorm aktivitätsbeschränkende Dunkelheit gibt es in den Monaten November bis Mitte Februar. Die Sonne kommt kaum vier Stunden lang zum Vorschein und wenn dann noch dunkle Regenwolken über dem Land hängen, hat man den Eindruck, dass es gar nicht lohnt, überhaupt erst einen Fuß vor die Tür zu setzen. Bei Nordwind, wolkenfreiem Himmel und knackigkalten Temperaturen hingegen lassen sich die vier Stunden Licht hervorragend genießen.

Einschränkung Natur

Wer die volle Farbpracht Islands sehen möchte, sollte im Sommer reisen. Manchmal scheint es, dass wie auf Knopfdruck am 1. Juni alles grün wird. Schon im Mai beginnt sich das Land zu wandeln – man kann mit eigenen Augen Tag für Tag mit ansehen, wie alles nach und nach grün und bunt wird. Im September kann man für sehr kurze Zeit einen Hauch von Indian Summer erleben, doch schon bald beginnt dann die Zeit der relativen Farblosigkeit.


Einschränkung Unterkünfte und Museen

Viele Unterkünfte sind über Winter geschlossen, da es sich (noch) nicht lohnt, auf die wenigen Touristen zu warten, die eventuell vorbeikommen. Viele Zeltplätze und Hostels sind ebenfalls geschlossen. Ganz gewiss geschlossen sind die Edda-Hotels, die außerhalb des Sommers ihrer eigentlichen Funktion als Internat nachgehen. Ganz besonders schwer ist es, außerhalb von Reykjavík eine Unterkunft um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel zu finden ... auch die Isländern wollen feiern.

Auch viele Museen haben nur während der Sommersaison geöffnet. Gleiches gilt für so manches Besucherzentrum und den einen oder anderen Kiosk. Auch Klohäuschen sind im Winter an einigen Sehenswürdigkeiten verschlossen.


Einschränkung Bus

Island ist im Sommer sehr gut mit dem Bus zu bereisen. Die Strecken außerhalb Reykjavíks werden in der Regel einmal täglich bedient. Außerhalb der Sommersaison sieht dies ganz anders aus – einige Strecken werden gar nicht bedient, andere nur an wenigen Tagen in der Woche. Wann der Sommerfahrplan beginnt, ist von Strecke zu Strecke verschieden. Auf einigen Strecken beginnt er bereits am 1. Mai, auf anderen am 15. Mai oder 1. Juni, die Hochlandstrecken wiederum werden oft erst ab Juli bedient. Aktuelle Fahrpläne erhält man auf den Seiten von nat.is oder unter bsi.is.


Einschränkung Hochland

Wer auf seiner Islandreise unbedingt ins Hochland möchte, muss abwarten, bis die entsprechenden Pisten freigegeben sind. Die Schneeschmelze im Frühjahr führt dazu, dass viele Pisten unbefahrbar sind bzw. ihr Befahren würde enorme Schäden anrichten. Die durchschnittlichen Öffnungszeiten der einzelnen Pisten kann man hier nachlesen.


Einschränkung Fähranreise

Wer sein eigenes Fahrzeug mit nach Island bringen möchte, ist hinsichtlich der Reisezeit an die Fährverbindung gebunden. Während die Strecke Dänemark – Färöer nahezu ganzjährig bedient wird, gibt es in den Wintermonaten zwischen den Färöern und Island eine Unterbrechung. Wie lange diese andauert, ändert sich von Jahr zu Jahr. 2010 erreichte die Norröna Island das erste Mal am 13. April, die letzte Abfahrt ab Island ist für den 29. September geplant, Änderungen sind möglich. Informationen dazu finden sich auf der Seite der Smyrilline.


Vorteile des Reisens in der Nebensaison

Wer außerhalb der Hauptsaison reist, kann mit günstigeren Preisen rechnen. Sei es für die Anreise, die Unterkunft oder die Automiete. Ab wann genau jedoch die Sommerpreise gelten, wird unterschiedlich gehandhabt. Ein weiterer Vorteil ist, dass man für die Nebensaison (bislang) keine Unterkünfte vorbuchen muss. Irgendwo findet man immer ein Schlafplätzchen. Wer Ruhe und Einsamkeit liebt, wird sie in der Nebensaison noch mehr als in der Hauptsaison finden.


Angebote außerhalb der Hauptsaison

Einige Veranstalter bieten Aufenthalte über Weihnachten und den Jahreswechsel, immer mehr auch Winter-, zumindest aber Frühjahrs- und Herbsttouren. Reykjavík lockt mit diversen Festivals wie dem Food and Fun-Festival im Februar, dem Kunstfestival im Mai oder dem Iceland Airwaves Festival im Oktober. Weitere Informationen finden sich hier. Reiter und Freunde der vierbeinigen Isländer werden sich für das Landsmót interessieren und auch der Pferde- und Schafsabtrieb im Herbst lockt immer mehr Touristen ins Land.

Viele isländische Veranstalter sind zudem bemüht, auch über Winter Tagesausflüge und kleine Abenteuer auf Gletschern anzubieten. Den Golden Circle ist zudem ganzjährig möglich zu bereisen. Und wenn mal wieder ein Vulkan ausbricht, dann sind die Isländern äußerst spontan und offerieren binnen kürzester Zeit Touren dorthin. Die Aktivitäten der Veranstalter werden sich in den nächsten Jahren vermutlich steigern – man ist bemüht, auch im Winter möglichst viele Gäste nach Island zu locken und ihnen ein unvergessliches Erlebnis zu ermöglichen.


Für wie lange soll man nach Island fahren?

Wenn man nur für eine Woche in Island ist, dann kann man bei Weitem nicht alles sehen. Aber das kann man auch in zwei oder drei Wochen nicht. Eine Rundreise ist zwar innerhalb einer Woche möglich, aber einen erholsamen Urlaub sollte man unter dieser Voraussetzung nicht erwarten.

Wer nur einen Kurztripp nach Island unternehmen möchte, nimmt sich besser nur einen bestimmten Teil des Landes vor und hat dann mehr davon. In zwei Wochen kommt man motorisiert schon ohne Stress um die Insel und kann sich hier und dort auch mal etwas genauer umsehen. Je länger desto besser wird ein Aufenthalt.

Dabei dürfen die Entfernungen nicht unterschätzt werden. Es ist dringend davon abzuraten, Kilometer zu "sammeln". Ebenso, sich darauf zu verlassen, dass man auf allen asphaltierten Straßen mit 90 km/h und auf allen anderen mit 80 km/h vorwärts kommt. Entlang der Ringstraße gibt es auch ohne große Abstecher so viel Schönes zu sehen, dass die Anzahl der Fotostopps insbesondere bei schönem Wetter jede Zeitplanung zunichte machen kann. So ist es durchaus möglich, für nur 70 km auf der Ringstraße 1,5 Stunden und mehr zu brauchen, obwohl die Straße gut befahrbar ist. Gerade Erstreisende sollten bedenken, dass einem die Natur in Island zum Teil den Atem verschlägt und man an einigen Stellen mehr als nur die eingeplanten 10 Minuten Fotostopp benötigt. Auf Schotterpisten kommt man - es sei denn mit robustem Geländewagen - oftmals nicht mal mit den erlaubten 80 km/h vorwärts und das ganz ohne jeden Foto-Stopp.

Und dann gibt es ja noch den Unterschied, ob man das erste Mal nach Island kommt, oder ob man schon zu den Wiederholungstätern zählt.

Eine Kreuzfahrt mit der Norröna, die ein paar Stunden Aufenthalt in Island verspricht, ist etwas für begeisterte Seereisende. Hierbei ist zu beachten, dass der Fahrplan dem Wetter angepasst wird und geplante Landgänge ausfallen können. Zudem ist die Norröna keine Aida und starker Seegang kann dazu führen, dass man die Kreuzfahrt in der Kabine verbringt.
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