Hochlandpisten Fjallabak

Die anspruchsvollere Art, mit dem Auto durch Island zu reisen.
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flakkari
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Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von flakkari » Fr 10. Mai 2019, 21:29

Hallo zusammen!
Ich bin gerade bei der Planung meines nächsten Radlurlaubs in Island. Vielleicht kann mir jemand etwas über eine meiner angedachten Pisten erzählen.
Und zwar geht es um eine namen- und nummernlose Piste, die aus der Region um Landmannahellir südwärts von der F225 bis zur F210 geht. Davon gibt es zwei: Die westliche ("Krakatindurpiste") kenne ich, nicht aber die östliche (laut Karte über Dalamót und Vestur-Reykjadalir). Mir geht's vor allem drum, wie (tief)sandig und/ oder geröllig sie ist und wie die Furten (insbesondere die durch den Markarfljot) ausschauen.

Und bei der Gelegenheit noch eine andere Piste, die mich interessiert: Parallel zur F225 führt noch eine Piste, welche von der F208 nördlich des Frostaðavatn abzweigt und durch die Lambafitjarhraun auf die F225 trifft (oder zur 26 weiterleitet).

Sicherlich beides ziemlich exotische und wenig befahrene Pisten (deswegen interessieren sie mich ja! ;) ... Deshalb würde ich mich umso mehr freuen, wenn sich hier jemand findet, der dort schon einmal wie auch immer unterwegs war!

Gruß,
Steffen
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Andi Schönberger
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Re: Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von Andi Schönberger » Sa 11. Mai 2019, 11:31

Hi Steffen

viel anstrengender als von Dalakofin nach Landmannahellier mit dem Bike geht in Island ja fast nicht mehr.
Aber enorm schön und ein Muß für jeden Biker.

Ich bin die Route 2010 und 2016 von Süden kommend, letztes Jahr von Landmannahellier mit dem Bike gefahren.
Von Süden ist der Anstieg nicht so steil und mit Gepäck kommst Du da noch etwas zum Fahren. Die Strecke hat ein andauerndes teilweise wirklich steiles auf und ab. Ist aber vom Trackuntergrund selber ganz gut zu fahren. Feste lemige Erde weniger blockig.

2010 habe ich mir bei der Abfahrt nach Landmannaellier die Bremsklötze abgebrannt. Allerdings mit einigem Gewicht am Bike

Es sind eigentlich keine wesentlichen tiefen Furten am Weg. Aber durch zwei Flussbetten muss man durch und sich den Weg etwas suchen.

Die Furt über die Markaflöt ist auf dem Track bei "Normalwetter" komplett unproblematisch.

Gewundert hat mich dass der Track eigentlich über die Jahre nicht besser geworden ist bzw von den Isländern mehr "gepflegt" wird.
Letzten August warend da noch da und dort Schneefelder und da kommen dann auch nicht mehr viele Jeeps daher :)


Ich hab da ja schon einige Wege als Zugang von Norden nach LDM probiert und bin fast immer zum gleichen Ergebnis gekommen. Viele Wege werden als Reitweg benutzt. Dann muss ich Dir ja nicht sagen wie der Track mit dem Bike zu fahren ist :) und ziemlich sandig. Aber was macht etwas Schieberei in der Landschaft schon. Empfehlen könnte ich dir allerdings und das liegt ja fast am Weg einen Abstecher bzw den Weg über die Hófsvad. Es gibt da noch einige schöne Sachen im NO der F208 Richtung Tungnaa

LG Andi
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flakkari
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Re: Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von flakkari » Sa 11. Mai 2019, 15:38

Hej Andi,

vielen Dank! Das ist doch genau die Antwort, die ich hören wollte! "Lehmig" klingt schon mal sehr gut! Und wenn's zu steil wird, muß ich halt schieben - ich hab eh schon soo viele Kilometer in Island geschoben... Kommt man wenigstens mal aus dem Sattel! ;)
Und Schneefelder haben ja auch den Vorteil, daß man allein auf der Piste bleibt!

Du hast echt schon mal die Hófsvað mit dem Radl benutzt?!? Respekt! Das würd ich glaub ich noch nicht mal wandernd versuchen... Nordöstlich der Tungnáa war ich bisher nur an den Veiðivötn (als Sackgasse gefahren)... Ich wollte auch schon einmal von der F910 kommend über Jökulheimar/ F229 zur Sprengisandur fahren, hat mir dann aber ein Ranger dringendst von abgeraten
("kein Durchkommen mehr").

Und Deine Erfahrung mit den Reitwegen kann ich leider nur bestätigen...

Ausprobieren von unbekannten Pisten ist immer spannend, aber wenn man von jemandem Bericht erstattet bekommt, der die Piste schon kennt (und dann auch noch mit dem Radl!), weiß man wenigstens, daß man dort (normalerweise!) durchkommt!

Da steigt die Vorfreude auf August!

Gruß,
Steffen
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Andi Schönberger
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Re: Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von Andi Schönberger » Sa 11. Mai 2019, 18:00

Hi Steffen

entschuldige da hab ich mich unklar ausgedrückt! Mein österreichisch :)
Ich meinte nicht über diese Furt sondern ich meinte den Weg zur Hofsvad und dann an der Furt vorbei :):)
Wenn Du diese Furt siehst wird auf den 1en Blick alles klar sein ob man sowas furten möchte oder nicht.
Bzw. fragt man sich wie das jemals gehen soll. Die alten Bilder von den Isländern kennt man ja

LG Andi
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Re: Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von flakkari » Sa 11. Mai 2019, 19:00

Naja, es gab ja auch schon Leute, die mit dem Radl durch die Blanda (nahe Kjölur) gefurtet sind. Und von Kerlingarfjöll kommend bei Bólstaður durch die Þjórsá! Nichts ist unmöglich...
Aber vieles ist außerhalb meines Ehrgeizes - und außerhalb jeglicher Vernunft... :roll:
Ein bißchen Adrenalin hält das Blut warm, aber mehr muß es dann auch nicht sein...

Ich hab auch schon einmal vor einer Furt kapituliert um es am nächsten Morgen nochmal zu versuchen. Aber gerade als ich schon mein Zelt aufgebaut hatte, kamen die Jungs von der Björgunarsveit vorbei und fragten, ob sie mich mit rüber nehmen sollten. Da sagt man natürlich nicht "nein"...
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Re: Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von icebike » So 12. Mai 2019, 09:47

Die Furt über die Blanda nach Ingolfskali ist auch kein Problem. Wir sind dort 2013 von Hveravellir aus übergesetzt.
http://www.dk4ek.de/dokuwiki/lib/exe/fe ... d-2013.pdf
Man darf nur nicht die rutschige Autofurt nehmen. 50 m weiter flussabwärts ist es einfach. Die Strecke nach Ingolfskali ist landschaftlich spektakulär.

Die auf der Fahrradkarte
https://cyclingiceland.is/de/
eingezeichneten Routen durch die Fallaback sind allesamt unproblematisch, wenn man nicht die Fußwege nimmt. Die Furten in der Fallaback sind unproblematisch. Grunsätzlich ist alles was auf der Karte nicht gepunktet ist mit Gepäck passierbar. Bilder zu Deiner Tour findest Du hier: http://www.dk4ek.de/dokuwiki/lib/exe/fe ... sland1.pdf
ab Seite 6.

LG

Lutz
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Re: Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von flakkari » So 12. Mai 2019, 16:39

Hej Lutz,

danke für die Infos. Die meisten Strecken im Fjallabak kenne ich ja recht gut, aber es gibt halt immer noch welche, die bisher nie "gepasst" haben...

Aber mit Deiner Aussage zur Furt der Blanda bringst Du meine Planung schon ein wenig in's Wanken... :D

Bless, Steffen
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Re: Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von Ruthw » So 12. Mai 2019, 16:53

icebike hat geschrieben:
So 12. Mai 2019, 09:47
Die Furt über die Blanda nach Ingolfskali ist auch kein Problem. Wir sind dort 2013 von Hveravellir aus übergesetzt.
http://www.dk4ek.de/dokuwiki/lib/exe/fe ... d-2013.pdf

Ich muss gerade herzlich lachen. Gibt es wie Jägerlatein auch ein Islandhochlandradlerlatein?

Ich habe keine Ahnung vom Hochland, weil ich durch die Folgen eines Unfalls weder mit dem Fahrrad, noch mit dem Jeep dorthin kann. Gerade deshalb interessieren mich Berichte darüber. So habe ich auch sofort den obigen Link angeklickt und lese, wie sich eine fünfköpfige Gruppe zwei Stunden lang unter Zuhilfenahme einer Kraxe für den Transport der Fahrräder über die Blandá kämpft und ein Teilnehmer vorher, weil alleine, schon zweimal an der Furt gescheitert ist........... und dann die Info an einen Alleinfahrer, dass diese Furt kein Problem darstellt.........

Oder verstehe ich als Nichthochlandfahrer die Bezeichnung ‚kein Problem‘ falsch?
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Re: Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von flakkari » So 12. Mai 2019, 18:00

Hahaha! Klar gibt's auch "Hochlandradlerlatein"! :lol: :lol: :lol:

Ich hatte diesen Bericht schon vor einigen Jahren mal entdeckt und danach für mich beschlossen, daß diese Strecke wohl a weng zu heftig für mich als Alleinradler ist... "Kein Problem" sieht für mich auch anders aus! :D
Aber irgendwie spukt diese Piste weiterhin hartnäckig in meinem Kleinhirn herum.... Wenn's nur die Blanda wäre, hätte ich's schon längst mal ausprobiert - kostet einen ja kaum Umweg von der Kjölur aus. Was mich aber abschreckt ist die Wahrscheinlichkeit, an der letzten großen Furt zu scheitern und den ganzen Weg (inklusive erneuter Furt der Blanda!) zurück zu radeln!

Vielleicht ja doch irgendwann mal.......... ;)
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Re: Hochlandpisten Fjallabak

Beitrag von icebike » So 12. Mai 2019, 20:22

flakkari hat geschrieben:
So 12. Mai 2019, 18:00
Hahaha! Klar gibt's auch "Hochlandradlerlatein"! :lol: :lol: :lol:

Ich hatte diesen Bericht schon vor einigen Jahren mal entdeckt und danach für mich beschlossen, daß diese Strecke wohl a weng zu heftig für mich als Alleinradler ist... "Kein Problem" sieht für mich auch anders aus! :D
Aber irgendwie spukt diese Piste weiterhin hartnäckig in meinem Kleinhirn herum.... Wenn's nur die Blanda wäre, hätte ich's schon längst mal ausprobiert - kostet einen ja kaum Umweg von der Kjölur aus. Was mich aber abschreckt ist die Wahrscheinlichkeit, an der letzten großen Furt zu scheitern und den ganzen Weg (inklusive erneuter Furt der Blanda!) zurück zu radeln!

Vielleicht ja doch irgendwann mal.......... ;)
Ich bin übrgens nur einmal an der Blanda gescheitert (Fehler in Wolfgangs Bericht). Damals war das Wasser sehr hoch, wir hatten Starkregen und die Motivation war gering. Außerdem haben wir es in der Autofurt versucht, was wegen des losen Gerölls überhaupt nicht geht. Wie gesagtm wenn man die Blanda 50m oberhalb quertm ist sie nur noch eine nomale Gletscherfurt. An dem sonnigen zweiten Versuch habe ich die Furt insgesamt 10 mal gequert, um auch noch genügend Filmmaterial zu bekommen. Mit der Blanda ist es aber in der Tat noch nicht geschafft. Es gibt noch 2 weitere schnelle Furten und zahlreich kleine. Das eigentliche Problem ist aber die Vestri Jökulsa for Ingolfskali. Die kann man aber über den Gletscher umgehen. Das kostet allerdings Zeit (einen Tag, weil man mehrfach gehen muss. Wenn man zu fünft ist, ist das natürlich einfacher, weil man das Gepäck mit einem Seil über den Canyon 500m unterhalb der eigentlichen Furt gleiten lassen kann.
Einen Notruf kann man übrigens auch dort absenden. Die Bergwacht schafft es auch über diese Piste.

Mit einem Fahrrad ist man besser unterwegs, als mit einem Auto. Jedenfalls habe ich noch nie mitbekommen, dass jamand seinen Jeep über eine Furt getragen hat. Ich bin froh, das diese schöne Piste für die meisten Autos tabu ist. Da hat man im Gegensatz zu Autobahnen wir der Kjölur seine Ruhe und eine gute Luft.

Wir werden im Sommer wieder eine Querung zu sechst parallel zu den Hochlandautobahnen von Hvolsvöllur nach Egilstadir fahren. Für mich ist das dann die 10te Tour jenseits des Hochland Massenverkehrs. Ich hoffe, dass mein Navi dann kein Latein spricht. :lol:

Grüße

Lutz
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