Ich versuche mal zu antworten, ohne dass ich es belegen kann.
Sandstürme hat es schon immer gegeben. Man nehme ein Sand(er)-Fläche, eine Weile Trockenheit und ganz viel Wind - fertig ist der Sandsturm. Nicht umsonst wurden an einigen Stellen gezielt die Lupinen ausgesät. Es gab mal eine Zeit, da war ein Teilstück zwischen Vík und Kirkjubæjarklaustur hin und wieder gesperrt. Wer auf dem Skeiðarásandur unterwegs ist, sieht oft den Sand wehen. Und ganz konkret fällt mir in den Ostfjorden zwischen Lón-Gebiet und Djúpivogur eine Stelle ein, wo extra ein Schild steht, das auf mögliche Sandstürme auf den nächsten knapp 2 km hinweist (länger ist die Strecke nicht, aber der Wind pfeift da um die Ecke). Als wir 2006 im Hochland unterwegs waren, wurde unser Auto auch ordentlich sandgestrahlt - mit entsprechenden Schäden. Da es ein Privatwagen war, gab es zumindest keinen Ärger mit einer Vermietung.
Da es schon immer Sandstürme gab, gab es auch schon immer Schäden an Autos. Nach den beiden Vulkanausbrüchen 2010 und 2011 gab es dann vermehrt Schäden an Autos. Einerseits lag viel Asche im Süden, es gab viele trockene Tage und es gab mehr Reisende. Die Anzahl der Schäden nahm also zu. Und das in einem Maße, der nicht mehr abgefangen werden konnte. Die Autovermieter behaupten, dass daraus resultierende Schäden durch eine normale Versicherung nicht gedeckt sind. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen.
Dass jetzt Berichte über Sandsturmschäden auftauchten (ja, ich hatte sie auch gelesen), hängt auch damit zusammen, dass a) mehr Reisende unterwegs sind, b) in Zeiten, die sich Herbst und Winter nennen und die sich c) nicht darum kümmern, ob man bei bestimmten Wetterbedingungen losfahren oder besser im Bett bleiben sollte.
Einige isländische Autovermieter bieten spezielle Versicherungen an, mit denen man sich gegen Lack- und Glasschäden, die durch Sand- und Aschestürme verursacht wurden, versichern kann. Und die sind teuer. In den AGB sind solche Schäden außerhalb dieser Spezialversicherung ausgenommen. Nicht alle Vermieter bieten solch eine Versicherung an, ausgenommen sind die Schäden dennoch bei allen.
Die ganzen Vermittlungsportale, die Vollkasko ohne Selbstbeteiligung anbieten, mieten die Fahrzeuge in Island idR auf Basis einer normalen CDW mit Selbstbehalt an und haben
zusätzlich eine SCDW, über die die Selbstbeteiligung (im Nachhinein) erstattet wird, wenn es zum Schadensfall kommt. Diese Autovermittler agieren weltweit und nicht nur in Island. Der Umsatz in Island ist zum Teil sogar vernachlässigbar. Diese SCDW-Versicherung schließen sie für alle ihre Vermietungen (weltweit) ab = eine riesige Menge. Ich hatte vor 2 Jahren mal mit einer Vermittlungsfirma genau den Fall Asche- und Sandsturm durchgesprochen. Es hieß, dass mit der SCDW auch Sand- und Aschesturmschäden abgedeckt sind, weil der Umfang dieser Schäden (also wie häufig kommt das vor) in der Gesamtheit aller Vermietungen (weltweit) betrachtet nicht ins Gewicht fällt.
Und das ist der Knackpunkt: Wenn ein Autovermittler, der weltweit agiert, mal 3 oder 4 solcher Schadensfälle hat, dann fallen die in der Masse seiner Vermietungen nicht auf. Ein Autovermieter in Island, der nur in Island vermietet, hat im Verhältnis viel mehr Schadensfälle. Bei ihm fallen sie auf.
Und dieses Thema betrifft Versicherungen insgesamt. Ihr könnt auch bei einer isländischen Autovermietung SCDW dazubuchen - und habt oftmals dennoch einen Rest-Selbstbehalt. Nix mit Volltkasko ohne Selbsbehalt. In vielen Fällen reduziert die SCDW nur den Selbsbehalt. Auch das - vermute ich - liegt am Umfang der Vermietung/Versicherung. Auch wenn wir das Gefühl haben, Island sei überlaufen, ist das Gesamtvolumen für eine Versicherung dennoch klein. Schäden hingegen kommen so verdammt oft war ... ein Gruß an alle Steinschlaggeschädigten

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Ich hoffe, das bringt ein bisschen Klarheit in die Sache. Dennoch würde ich grundsätzlich beim Vermieter (Vertragspartner, also z. B. die Autovermittlung, die mir Vollkasko ohne Selbstbeteiligung verspricht) nachfragen, ob diese Art Schäden abgedeckt sind.