Befahrbarkeit von Tunneln und konkreter Tracks...?

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TOFA
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Befahrbarkeit von Tunneln und konkreter Tracks...?

Beitragvon TOFA » Sa 18. Aug 2018, 11:00

Hallo

Ich bin nächste Woche wieder auf der Insel und werde dieses Mal mein Rad mitnehmen. Vom ursprünglichen Plan einer echten Durchquerung der Insel ist nur noch die Weichei-Variante übrig geblieben, soll heißen: ich packe das Rad ins Auto, fahre gezielt mögliche Startpunkte an und benutze das Rad für kleine 2-5 Tage Touren auf möglichst wenig befahrenen Jeeptracks. Mit Hilfe meiner Kartensammlung aus inzwischen 15 Jahren und der Cyclingmap vom letzten Jahr habe ich mir ein paar (hoffentlich schöne) Rundtouren zusammen gebastelt. Doch ein paar kleine konkrete Fragen habe ich noch, vielleicht können die echten Islandradler mir da helfen?

1) Tröllaskagi: bei Cyclingmaps ist da ein Track über die Heljardalsheidi als fahrbar eingezeichnet. In meinen Karten ist der Weg aber nicht als durchgängig eingezeichnet. Kann man da wirklich mit dem Rad lang (breit bereiftes Mountainbike)? Und um dann mit der 82 wieder auf die andere Seite zu kommen müsste ich durch den Mulagöng bei Olafsfjördur, darf man da überhaupt mit dem Rad durch? Der ist einspurig und sicher nicht lustig zu fahren, das weiß ich wohl, aber darf man es?

2) Westfjorde nördlich von Holmavik: cyclingmaps zeigt da einen Track über die Trekyllisheidi durchgängig bis zum Ingolfsfjördur. Auf meiner Karte ist der Weg nicht durchgängig? Ich würde den Track gern fahren, dann Krossnes umrunden (wenn der Weg an der nördlichen Seite überhaupt fahrbar ist) und über die 643 zurück. Machbar?

3) Askja: Ich war noch nie dort, vielleicht diesmal mit Rad? Das wäre dann aber eine größere Tour und mit all dem Sand wohl auch ziemlich ambitioniert? Laut Karte gibt es einen fahrbaren Track von Gardur über Botni durch die Odadahraun bis zur F910, dann wieder nach Norden und über die F88 und die 1 zurück zum Myvatn...? Laut Karte 270 km. Und viel Sand... Ich bin leidensfähig, aber ist das vielleicht doch zuuu mühsam?

Ich hab noch ein paar mehr Ideen, aber ich will nicht alles durchfragen, im Prinzip weiß ich ja, was mich erwartet... Und letztendlich bestimmt das Wetter was überhaupt möglich... Aber wenn mir jemand zu den obigen Fragen seine Meinung mitteilen könnte, das würde helfen. ;)

Kristina

(Bitte verzeiht, dass die Schreibweise der isländischen Namen nicht korrekt ist, aber ich tipp grad auf einem Tablett herum und finde da die entsprechenden Buchstaben nicht...)
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Uwe
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Re: Befahrbarkeit von Tunneln und konkreter Tracks...?

Beitragvon Uwe » Sa 18. Aug 2018, 12:48

Hallo Kristina,
das klingt nach drei gut gewählten Touren – anstrengend, aber sicherlich lohnenswert. In gewisser Weise sind diese drei Touren vielleicht sogar anstrengender als eine Durchquerung.

Tröllaskagi:
Ich bin bisher erst zwei Mal auf Tröllaskagi gewandert, aber die von dir gewählte Strecke kenne ich auch noch nicht. In meiner Wanderkarte von Tröllaskagi (Maßstab 1:50.000), welche nach meiner Erfahrung sehr gut ist, wird dort keine Piste, aber ein breiter Reitweg angegeben. Tja, was auch immer der Kartograph mit „breit“ meint kann ich dir nicht sagen. Da du diese Strecke aber ohnehin nur bei gutem Wetter fahren kannst/solltest, würde ich an deiner Stelle einfach mal versuchen.
Was den Tunnel angeht, so bin ich mir fast sicher, dass er nicht für Fahrradfahrer offen ist. Ich würde dir für diese Strecke den Bus empfehlen.

Mir ist gerade eingefallen, dass dieses Thema vor einiger Zeit schon einmal hier besprochen wurde und ich habe den Thread gefunden. Beachte vor allem den letzten Eintrag (von Olaf), welcher bereits die Strecke über die Heljardalsheiði mit dem Rad gefahren ist:
viewtopic.php?f=35&t=4252&hilit=Olafsfj%C3%B6rdur&start=30
Und hier sein damaliger Bericht von 2003:
http://www.island-olaf.de/island/report1-2003-de.html


Westfjorde nördlich von Hólmavík:
Ähnlich wie Tröllaskagi – ich kenne die Gegend etwas, aber die von dir gewählte Piste über die Trekyllisheiði kenne ich nicht. Aber laut Internetrecherche soll es eine gute Strecke für Mountainbikes sein. Eine vollständige Umrundung der Halbinsel Krossnesfjall ist wohl nur zu Fuß möglich. Es gibt links und rechts zwei Pisten die jeweils an einer Farm endet, aber dazwischen liegen 5 km die du wohl schieben müsstest. Ich würde dir empfehlen bis zum Pool zu fahren und dann auf der 643 zurückzufahren.


Askja:
Ich kenne diese Gegend wieder nur streckenweise als Wanderer. Im Gegensatz zu den beiden anderen Strecken hast du hier kaum Höhenmeter zu bewältigen. Aber wie du bereits richtig erwähnst, wirst du zeitweise mit viel Sand zu kämpfen haben.

Viel Spaß und viel Erfolg oder anders ausgedrückt: Hoffentlich spielt das Wetter mit!

Uwe
http://www.unique-iceland.com
Wanderführer: ISLAND - Naturparadies am Polarkreis und ISLAND - Das Südliche Hochland
Wanderkarte: ÍSLAND (1:50.000): Landmannalaugar, Laugavegur, Þórsmörk & Fimmvörðuháls (broschiert, wasserfestes Papier)
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TOFA
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Re: Befahrbarkeit von Tunneln und konkreter Tracks...?

Beitragvon TOFA » So 19. Aug 2018, 12:42

Danke Uwe für Deine Einschätzung und Deine Hinweise!

Zu dem Tunnel finde ich im Netz widersprüchliche Infos, aber so wirklich verboten scheint die Durchfahrt für Räder immerhin nicht zu sein. Ich werde es wohl vom aktuellen Verkehr abhängig machen und es dann vorsichtig versuchen...

Alles in allem kann ich es ja ziemlich lässig angehen, da meine Touren immer nur über wenige Tage gehen, brauche ich ja nicht alles Gepäck mitzuschleppen. Ich hoffe, ich komme so etwas einfacher die Pässe hinauf...

Ich glaube, so komfortabel war ich in Island noch nie unterwegs... aber na gut, frau wird ja auch älter...

Jetzt hoffe ich auf eine möglichst schaukelfreie Überfahrt...

Danke also nochmal.

Kristina
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Olaf
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Re: Befahrbarkeit von Tunneln und konkreter Tracks...?

Beitragvon Olaf » So 19. Aug 2018, 12:50

zu 1) Über die Heljardalsheiði führt eine Glasfaserleitung (und die Überreste einer sehr viel älteren Telegraphenleitung). Dementsprechend gehe ich davon aus, dass da immer noch gelegentlich mal ein Auto von einer Telefongesellschaft langfährt. Ich selber hab den Weg schon in beide Richtungen probiert, einmal zu Fuß, einmal mit Gepäckanhänger am Fahrrad. Für die reine Überquerung (von Skeið nach Hólar bzw. umgekehrt) hab ich jeweils einen vollen Tag gebraucht. Ohne Gepäck geht es sicher schneller, aber es ist ziemlich ungemütlich und hart, als Tagestour mit Umfahrung der ganzen Tröllaskagi wird das glaube ich eher nichts, mit einer Übernachtung sollte es machbar sein. Von Osten her: richtig steil bergauf. Also RICHTIG STEIL!. Nach Westen runter: vor allem steinig. Also RICHTIG STEINIG! Eine tiefe aber kurze Furt und eine breite aber flache Furt. Im Tal gibt es dann eine schöne Piste die toll zu radeln ist, wenn man sie mal gefunden hat. In der anderen Richtung ist der Abzweig rauf zur Heljardalsheiði nur schwer zu finden. (Lokalen Geschichten zufolge war es mal nicht ganz unüblich abends zu einer großen Feier nach Hólar rüberzulaufen und nachher auch wieder zurück!)
Zum Tunnel: Seinerzeit (2003) bin ich da noch durchgeradelt, da war es jedenfalls noch erlaubt. Ob es das heute noch ist, weiß ich nicht. Es gab aber auch mal eine alte Straße (jetzt Piste), die oben über den untertunnelten Abschnitt rüberführt. Da es dort oft zu Steinschlägen kommt, ist die nicht immer offen und befahrbar. Das letzte mal, als ich es versuchen wollte, war gerade ein größerer Abschnitt komplett ins Meer gerutscht, aber das sollte mal wieder hergerichtet werden. Am besten vor Abfahrt irgendwo vor Ort nochmal nachfragen, evtl. bei der Polizei in Ólafsfjörður oder Dalvík, die sollten das auf jeden Fall wissen.

zu 3) Die Strecke bin ich auch noch nicht geradelt, nur gewandert. Sand gibt's wohl hauptsächlich südlich um die Askja herum. Sollte aber machbar sein: Ein Tag bis zur Dyngjufjöll-Hütte, ein Tag nach Dreki, evtl. mit Wanderungen einen halben Tag zum Herðubreið, vierter Tag zurück zum Mývatn. Trinkwasserversorgung und Übernachtung solltest du aber vorher genau planen.
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Re: Befahrbarkeit von Tunneln und konkreter Tracks...?

Beitragvon TOFA » So 19. Aug 2018, 22:46

Hallo Olaf,
Danke vielmals für die detailreichen Infos... Langsam bekomme ich vor der Heljardalsheidi Repekt... ;) Ich habe für die ganze Runde dort zwei bis drei Tage angedacht und würde den Pass von Holar aus nehmen. Ich möchte da auf das GPS vertrauen, um den richtigen Weg zu finden. Aber letztendlich sollte die Sicht auf den Pass bei Start auch möglichst frei sein, sonst lohnt die ganze Mühe ja nicht. Es ist sehr hilfreich zu wissen, dass es grundsätzlich mit Rad möglich ist (wow, sogar mit Anhänger...), das motiviert...

Für die Runde zur Askja hatte ich etwa 5 Tage im Plan, das deckt sich dann ja auch mit Deiner Einschätzung. Also hoffe ich mal auf möglichst windarme Tage während der Sandstrecken, dann könnte aus dem Projekt ja wirklich was werden... Die Mitnahme von Wasser ist auf dem Rad ja zum Glück etwas einfacher als beim Wandern.

Hachja, von daheim aus, bei sommerlicher Wärme und beim Studieren der Karten sieht immer alles ganz machbar und unkompliziert aus... Bin gespannt wieviel von meinem Eifer übrig bleibt, wenn mir der kalte, isländische Wind um die Ohren pfeift... 8-)

Ich werde berichten...
Kristina

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Olaf
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Re: Befahrbarkeit von Tunneln und konkreter Tracks...?

Beitragvon Olaf » Mo 20. Aug 2018, 12:15

Von Hólar aus ist es wie gesagt etwas schwierig den richtigen Abzweig zu finden (zumindest als ich da war). Es führt eine schöne Piste ins Kolbeinsdalur, auf der man so dahin radelt oder wandert, und wenn man auf Karte und GPS achtet, sieht man irgendwo auf der anderen Talseite wo es hinaufgeht, und man sieht sogar die Piste, die da hoch führt, aber man sieht eben nicht so recht, wie man da hinkommt. Es gibt keine ausgefahrene Spur zu einer ausgewaschenen Furt. Mit GPS findet man natürlich die richtige Stelle, aber so ganz offensichtlich ist das alles nicht.

Ins Svarfaðardalur runter brauchst du richtig gute Bremsen, wahrscheinlich wirst du zumindest abschnittsweise bergab schieben. Andererseits hab ich in der anderen Richtung auch stückweise bergab geschoben, weil mir das Geröll einfach zu grob war. Aber das wird schon! :)

Falls du noch ähnliche Tages-/Rund-/Passtouren in der Gegend suchst könntest du auch das Fnjóskadalur rauffahren, in die Hellugnjúpsskarð abbiegen und im Bárðardalur wieder flussab fahren. Oder ins Flateyjardalur nach Norden an die Küste, da wollte ich schon lange mal hin. Oder oder oder...

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