Nach einer Picknickpause laufe ich erfrischt weiter. Der Weg ist deutlich zu erkennen. Nach einer ganzen Weile wird mir bewusst, dass ich schon länger keinen Markierungsstab mehr gesehen habe. Seltsam, eigentlich sind die doch auch relativ dicht beieinander... Sicherheitshalber überprüfe ich meine Position mittels des Treckings in der App, das ich mitlaufen lassen habe. Im Prinzip bin ich richtig, müsste nur ein bisschen weiter links sein. Dann versuche ich das mal. So richtig erfolgreich klappt das nicht. Und viel weiter nach links kann ich auch nicht, da ist der Abgrund... Vielleicht ist das Signal ja auch nicht überall ganz exakt ... Also laufe ich erstmal weiter. Die Richtung stimmt ja. Bis ich nach einer ganzen Weile an eine Stelle komme, wo der Pfad so gefährlich nahe an den Abgrund kommt, dass ich dort nicht weiterkomme. Irgendwas stimmt nicht. Und dann sehe ich einen markierten Weg weit unter mir. Irgendwo muss ich eine Abzweigung zum Abstieg verpasst haben. Hilft ja alles nichts. Ich muss umdrehen und den richtigen Weg suchen

Endlich finde ich die Markierung wieder und den richtigen Abstieg. Unterwegs gibt's wenigstens eine kleine Belohnung nach dem Umweg-Abenteuer. Ich finde einige Blaubeersträucher mir reifen Beeren. Die hatte ich um diese Jahreszeit noch gar nicht erwartet.

Wie viel Zeit mich das gekostet hat, weiß ich nicht. 1,2 Stunden? Jedenfalls erreiche ich mein Auto deutlich später als geplant.
Und dann habe ich noch die lange Fahrt vor mir. Na toll.
In Richtung Westen bin die Strecke noch nie gefahren. bisher immer andersrum. Viel zu sehen gibt es von der Gletscherlandschaft des Vatnajökulls leider nicht. Die Wolken hängen sehr tief und verschlucken die Landschaft.
Die Strecke zieht sich endlos. Unterwegs sehe ich einige relativ neue Hotels. Wohl eher gehobener Standard - und entsprechende Preise. Einfache Unterkünfte sind leider Mangelware.
Endlich ist auch die Fahrt geschafft und ich erreiche abends mein Hostel. Noch ne Kleinigkeit zu essen machen und dann ins Bett. Góða nótt.